"Heimkehr" alter Glasfenster
ins Kloster Springiersbach
Beide Neuerwerbungen reichen in die Zeit des Vorgängerklosters der Augustinerchorherren zurück, das im Jahre 1802 säkularisiert wurde. Beide beziehen sich auf den drittletzten Abt dieses Klosters, Johann Balduin von Berg-Dürffendahl, der 1672 im Haus Dürffendahl bei Zülpich geboren wurde. Seit 1695 ist er als Kanoniker in Springlersbach nachgewiesen. 1711 wurde er zum Abt des Augustinerklosters gewählt, dem er bis zu seinem Tode im Jahre 1728 vorstand. In seiner Zeit verlor das Kloster allerdings seinen Einfluß auf das von Springiersbach aus gegründete Augustinerinnenkloster St. Thomas in Andernach, doch war diese Veränderung nicht ihm sondern in erster Linie seinen Vorgängern anzulasten. Andererseits hatte er in Springiersbach größere Bautätigkeiten entwickelt und daher deutliche Spuren hinterlassen. Auf ihn geht nämlich der Neubau des Nordflügels zurück, der 1720/21 abgeschlossen werden konnte. Sein Wappen finden wir daher auf einem Portal dieses Flügels, das zum Innenhof führt. Ein weiteres Abtswappen von ihm zeigt ein Schlußstein des Stallgebäudes vom Springiersbacher Hof. Auf die bereits angesprochene rege Bautätigkeit des Abtes Johann Balduin gehen die Reste mehrerer Glasfenster zurück, die schon vor längerer Zeit in den Kunsthandel gelangten. Ursprünglich dürften sie in den Klostergebäuden, vermutlich im Nordfügel eingebaut gewesen sein, ehe sie im Zuge der Säkularisation abhanden kamen. Insgesamt sind es fünf Fensterflügel, von denen das besterhaltendste und interessanteste das Abts- und Familienwappen des Johannes Balduin von Berg-Dürffendahl zeigt.
Für den Erwerb dieser Fenster war eine größere Geldsumme
aufzubringen, die von Seiten des Klosters aber nicht zu leisten war. Daher
sprang Verbandsbürgermeister Otto Maria Bastgen als Sponsor ein.
Da er im Februar seinen 50. Geburtstag feierte, verzichtete er auf Geburtstagsgeschenke
und bat stattdessen seine Gratulanten, Geld für den Rückkauf
der Springiersbacher Fenster zu spenden. Die erforderliche Summe kam weitgehend
zusammen, so daß nun der Kauf der Fenster perfekt gemacht und die
Fenster an ihren ursprünglichen Standort zurückgeführt
werden konnten.
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