Intrinet vom 27.08.2002
Nach zweijähriger, mühevoller Arbeit ist das Werk vollendet. Dr. Karl-Josef Gilles, Winfried Blum und Prof. Dr. Erwin Schaaf (von links) mit der druckfrischen Chronik des Klosters Springiersbach. Foto: Gerhard W. Kluth

Nicht alle Schätze sind geborgen

Chronik des Klosters Springiersbach liegt jetzt vor - Dank an die Autoren

SPRINGIERSBACH. (gkl) Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten im Kloster Springiersbach (TV berichtete) wurde auch die neu erstellte Chronik des Klosters der Öffentlichkeit vorgestellt.


Einem Geburtstagskind bringt man zur Feier eine Überraschung mit, das ist alte Tradition. Die größte Überraschung für die Patres des Karmelitenklosters Springiersbach zum Auftakt der Jubiläumsfeiern war der große Besucherandrang, mit dem man nicht gerechnet hatte. Sie alle wollten der Präsentation der mit Spannung erwarteten Chronik dieser alten Stätte der Gottesverehrung beiwohnen.

Sowohl der klösterliche Hausherr, Pater Rainer Fielenbach, als auch der Bürgermeister der VG Kröv-Bausendorf, Otto Maria Bastgen, zeigten sich vom großen Interesse überrascht. So gab es für die normale kontemplative Ruhe erst einmal eine Pause. Sehr umfangreich war die Liste der Ehrengäste, die Bastgen zu begrüßen hatte. Angeführt wurde die Riege von der Leitung des Karmelitenordens, über die politischen Vertreter der Verbandsgemeinde bis hin zu den Sponsoren, die das Erscheinen des Buches überhaupt erst möglich gemacht hatten und bei denen sich Bastgen herzlichst bedankte.

Ausführlich bedankte sich Bastgen bei den Autoren des umfangreichen Werkes, Dr. Karl-Josef Gilles vom Landesmuseum Trier und dem in Kinderbeuren lebenden Professor Dr. Erwin Schaaf, sowie den Mitautoren Winfrid Blum und Natalie Fatin, für ihre überaus gelungene Arbeit. Zu recht unterstrich er die Tatsache, dass die Wissenschaftler ihre zweijährige, teilweise kriminalistische und mühevolle Arbeit völlig ehrenamtlich durchgeführt haben.

"Eine exzellente und wertvolle Arbeit"

Ausführlich würdigte aus wissenschaftlicher Sicht der Mainzer Historiker Professor Helmut Mathy das über 450 Seiten starke Werk. Die als 36. Band der Schriftenreihe "Ortschroniken des Trierer Landes" erschienene Arbeit erschließe dem Leser nicht nur einen Blick auf die 900-jährige Geschichte des Klosters, sondern auf weit reichende historische Zusammenhänge der Region Mittelmosel überhaupt. Ausdrücklich attestierte er den Autoren, eine exzellente und wissenschaftlich sehr wertvolle Arbeit abgeliefert haben, die aber auch für den interessierten Laien in einer verständlichen Sprache verfasst ist.

Den Abschluss des Jubiläumsauftaktes, der musikalisch sehr passend vom Ensemble "Duchesse de Bourgogne" mit mittelalterlicher Musik umrahmt wurde, bildete eine Einführung in die Ausstellung zum 900. Jahrestag der Klostergründung durch Gilles. Er erläuterte, dass die räumlichen Gegebenheiten für eine Ausstellung nicht unbedingt optimal sind, man sich aber bemüht habe, das Beste daraus zu machen und den Besuchern einen Einblick in die Klostergeschichte zu geben.

Gilles konnte feststellen, dass die Erforschung des kunsthistorischen Wertes des Klosters noch lange nicht abgeschlossen ist. So verbergen sich unter dem abblätternden Verputz des Kapitelsaales Wandmalereien aus der Romanik, die noch auf eine Restaurierung harren. Hierfür aber müssten zunächst Sponsoren gefunden werden, die diese umfangreichen Arbeiten finanziell ermöglichen.

"Springiersbach ­ Von der Augustiner-Chorherrenabtei zum Karmelitenkloster", verfasst von Dr. Karl-Josef Gilles und Prof. Dr. Erwin Schaaf, herausgegeben von der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf und dem Karmelitenkloster Springiersbach, 454 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, darunter 59 Farbbilder, Preis 24 Euro.

Zu beziehen ist das Buch über das Karmelitenkloster, Tel.: 06532-93950, die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf oder im Internet unter der Adresse www.springiersbach.de

(Anmerkung des Webdesigners der Karmeliten: Eine Buchbestellung ist auch unter folgender Adresse möglich: http://www.karmelitenorden.de/900jahre-springiersbach/fs-buch.html )

URL des Originalartikels:
http://www.intrinet.de/regionales/bkwi/136139.php3