Kloster Springiersbach - Zeittafel

 
 
um 1090 Hof Thermunt im Kondelwald im Besitz des pfalzgräflichen Ministerialen Ruker.
um 1100 Rukers Witwe Benigna zieht sich nach Thermunt zurück, um mit Gleichgesinnten eine Klosterzelle zu errichten.
1102 Trierer Erzbischof Bruno (1102-1124) weiht in Gegenwart des Pfalzgrafen Siegfried von Ballenstedt die junge Klosterzelle. Dieses Ereignis darf als Gründungsakt des Klosters Springiersbach gelten.
1107 Nach dem Tod der Benigna bestätigt Erzbischof Bruno die Klostergründung auf Thermunt. Die Familie Benignas verzichtet auf Erbansprüche. Bald danach wird die Niederlassung, da die Gemeinschaft des Doppelklosters so stark gewachsen war, an den Springiersbach verlegt.
1110 Erzbischof Bruno überträgt der Gemeinschaft den Vieh-, Frucht-, Wein- und Obstzehnt im Umfeld des Klosters.
1119 Abt Richard I., ein Sohn der Benigna, gründet den strengen ordo novus (die 2. reformierte Ordensregel des hl. Augustinus) und macht Springiersbach zu einem bedeutenden wissenschaftlichen und geistigen Zentrum. Springiersbacher Chorherren wirken danach als Reformäbte in Frankenthal (1119), in Steinfeld (1123), in Klosterath (Rolduc) (1124) und in Bolanden (1129). - Klostergründungen erfolgen von Springiersbach aus in Lonnig (1119/23), Andernach (St. Thomas, 1127), Stuben (1139), Martental (1140) und Marienburg (1145). Unter Springiersbacher Leitung waren zeitweise auch die Klöster St. Irminen in Trier (1148), Wadgassen (um 1135), Merzig (1152), Pedernach bei Boppard (1157).
1121 Grundsteinlegung für den Bau einer dreischiffigen Basilika.
1136 Weihe der fertiggestellten Kirche durch Erzbischof Albero (1132-1152)
1140 Kurz vor seinem Tod überträgt Pfalzgraf Wilhelm zahlreiche Besitztümer in 31 Ortschaften an der Mosel und in der Eifel dem Kloster.
1143 König Konrad III. bestätigt die Großschenkung des Pfalzgrafen. – Am Ende des Jahrhunderts hatte das Kloster Grundbesitz in rund 50 Ortschaften.
1158 22. Oktober, Abt Richard † ; nach dessen Tod verliert Springiersbach durch die Veränderung des Ordensgeistes, insbesondere wegen der Lockerung der Disziplin, zunehmend an Einfluss. Nach 1200 sind Springiersbach nur noch die Frauenklöster Andernach, Marienburg, Martental, Pedernach und Stuben unterstellt.
1193 Kurzzeitig neue Impulse durch den aus St. Viktor in Paris stammenden Abt Absalon, der in Springiersbach seine bekannten Reformpredigten verfasst.
um 1195 Errichtung einer Michaelskapelle an der Südseite der Basilika durch Abt Absalon. um 1220 Errichtung einer atriumartigen Vorhalle (ähnlich Maria Laach) und Erweiterung der romanischen Halle (sog. Kapitelsaal).
1308 Stiftung eines Hospitals.
1352 Strafverordnung des Abtes Mätthäus Zandt von Merl zur Wiederherstellung der Disziplin.
1433 Die beiden Türme der Basilika erhalten zwei große Glocken.
1600 Der Konvent beschließt, als Novizen bzw. Kanoniker nur noch Bewerber mit vier adligen Ahnen aufzunehmen.
1605 Die Äbte von Springiersbach erhalten vom Papst das Recht Mitra und Stab zu tragen.
1629 Das Abtshaus wird neu gebaut.
1678 Erstmalige Aufforderung an die Äbte von Springiersbach durch Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck die baufällig gewordene Abteikirche durch einen Neubau zu ersetzen.
1681 Umbau des Ostflügels.
1720 Neubau des Nordflügels.
1744-1754 Ständige Zerwürfnisse im Konvent führen zur Absetzung des Priors.
  Neubau der Kirche nach den Plänen des Straßburger Architekten Paul Stehling.
1786 Antrag auf Umwandlung des Konvents in ein geistliches Ritterstift.
1789 Am 5. März stirbt der letzte Abt der Augustinerchorherren Joh. Kaspar von Holtrop.
1791 29. März Umwandlung der Abtei in ein geistliches Ritterstift.
August 1794 Die adligen Stiftsherren flüchten vor den heranrückenden französischen Revolutionstruppen; bis Mitte 1795 ist die Hälfte wieder zurückgekehrt.
Juli 1802 Das Ritterstift wird aufgehoben.
1802 Die Klosterkirche wird Pfarrkirche von Bengel. – Versteigerung des Abteibesitzes.
1886 Wiederausstellung der Reliquien des hl. Abrunculus.
1897 Durch Blitzschlag werden das Dach der Kirche und des Turmes mit den Glocken und der schönen Orgel zerstört.
1899 Wiederherstellung des Turmhelms und des Kirchendachs (ohne Dachreiter; ebenso Verzicht auf Glocken und Orgel), um die Restsumme der Brandentschädigung für den Neubau der Kirche in Bengel zu verwenden.
1903 Nach Neubau einer Kirche in Bengel Verlegung der Pfarrkirche dorthin.
  Nur noch wenige Messen werden in der Kirche gefeiert. Dem Besucher steht die Kirche gegen Bezahlung einer Gebühr zur Besichtigung offen.
1922 Die Oberdeutsche Provinz des Karmelitenordens erwirbt die Kirche mit dem angrenzenden Pfarrhaus und errichtet eine neue Ordensniederlassung, die erste im Bistum Trier seit 1803.
  12. März. Einem Großbrand fallen Kirche und Klostergebäude zum Opfer.
1940 16. Mai. Das Deckengewölbe der Kirche stürzt weitgehend ein.
  Wiederherstellung der zerstörten Kirche.
1945 29. April, der Prior segnet die Kirche neu ein und kann die erste hl. Messe nach dem Brand halten.
1946 18. August, feierlicher Abschluss des Wiederaufbaus mit einer ergreifenden Marienfeier durch den damaligen Weihbischof Dr. Stein.
1947 Im ehemaligen Kreuzgang (neben Schriftenstand) wird zu Ehren der hl. Theresia von Lisieux eine Kapelle errichtet.
  Wiederaufbau bzw. Sanierung des Ostflügels.
  Sanierung des Nordflügels.
1989 Neubau des Eingangsbereichs am Westflügel und Errichtung einer Kapelle.
1993 Sanierung des Kirchturmes und Einbau von vier neuen Glocken.
1998 Einbau der neuen Sandtnerorgel.