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 Ausbildung
 Vorwort
 Einleitung
 Teil 1a
 Teil 2b
•Teil 3c

I. Teil Der Prozess der Ausbildung

 

3.Personen und Mittler der Ausbildung

Dem Wirken des Geistes folgen

 

A. Die Hauptpersonen: Gott und der Berufene

50. Geschichte einer Berufung

Das Ordensleben beginnt mit dem von Gott geschenkten Ruf, der nach einer Antwort von Seiten des Berufenen verlangt. Dieser Ruf und die Antwort erfolgen nicht ein für allemal am Anfang, sondern sie sind ein Geschenk, das Tag für Tag neu gegeben und empfangen wird: ein immer neuer Ruf, der eine immer neue Antwort will. Dieses Abenteuer hat als Hauptpersonen Gott und den Berufenen und wächst in einem Austausch der Freiheit und der Liebe beider. Es bringt auch Verantwortlichkeiten und Einflüsse mit sich, die das Wirken Gottes vermitteln und dem Berufenen helfen, darauf zu antworten.

51. Die Berufung: Geschenk Gottes und Antwort des Menschen

Die Berufung zum Ordensleben ist eine Initiative Gottes des Vaters, „Schöpfer und Spender alles Guten, der sein Geschöpf mit einer besonderen Liebe und im Hinblick auf eine spezielle Sendung an sich zieht (vgl. Joh 6,44).“153 Diese Anziehung ist erfüllt mit der Liebe des Vaters und wird durch Jesus Christus vermittelt, der von einigen seiner Jünger „eine totale Verpflichtung“, will, „die damit verbunden ist, dass sie alles verlassen (vgl. Mt 19,27), um in innigem Vertrauen mit ihm zu leben und ihm überallhin zu folgen (vgl. Offb 14,4)“.154

Wenn die gerufene Person etwas von dieser geschenkten, „ewigen und unermesslichen Liebe, die an die Wurzeln des Seins rührt“155 erfährt, will sie mit einer ganzen und bedingungslosen Hingabe ihres Lebens antworten.156 Von Christus ergriffen, verlässt sie alles, um ihm zu folgen157 und sucht Tag für Tag, „sich in ihn hineinzudenken, indem sie seine Gefühle und seine Lebensform annimmt.“158

Die erste Verantwortung für das Ja auf den Anruf Gottes und die Konsequenzen daraus liegt beim Gerufenen. Doch diese Antwort, sei es zu Beginn oder im darauf folgenden Alltag, ist nicht ohne das Wirken des Heiligen Geistes möglich. Er weckt die Sehnsucht nach einer solchen Antwort und lenkt ihre Verwirklichung. Er ist es, der den Berufenen formt und gestaltet, ihn Christus gleichförmig macht und ihn anspornt, sich seine Sendung zu eigen zu machen.159

Der Berufene vertraut sich dem Wirken des Heiligen Geistes in einer Demut an, die darauf verzichtet, sich nur nach Kriterien der menschlichen Weisheit zu verhalten, sondern die der göttlichen Weisheit weiten Raum schenkt. Und da das Wirken des Geistes trotz seiner Kontinuität und Beständigkeit unaufdringlich ist, muss die Person die Unterscheidung der Geister üben, damit sie die Zeichen und Früchte der Gegenwart des Geistes in ihrer eigenen Existenz und in ihrer Umwelt erkennt. Grundausbildung und Weiterbildung sowie regelmäßige geistliche Begleitung erleichtern eine solche Unterscheidung.160 Dabei darf der Beitrag der Psychologie nicht außer Acht gelassen werden. Sie kann helfen, sich selbst besser zu verstehen, um freier dem Ruf Gottes antworten zu können.

Die Antwort auf den Ruf Gottes bewirkt eine immer tiefere Hingabe und einen immer größeren Eifer – beides oft geläutert durch die verschiedenen Krisen des Lebens.

 

B. Wichtige Mittler der Ausbildung

52. Die Kirche: Kontext der Berufung zum Ordensleben

Die enge Beziehung zwischen Kirche und Ordensleben wirkt sich auf unsere Ausbildung aus. Die Berufung zum Ordensleben erwächst aus der Kirche und wird von der Kirche bestätigt, wenn sie im Ritus der Ordensprofess auf die erwählten Personen die Gabe des Heiligen Geistes herabruft und ihre Selbsthingabe mit dem Opfer Christi verbindet.161 Sie wird durch die Sakramente und das der Kirche anvertraute Wort Gottes genährt und „in vollständiger Übereinstimmung mit ihrer Lehre, ihrem Leben, den Hirten, ihren Gläubigen und mit ihrer Sendung in der Welt“162 gelebt.

53. Maria, Mutter und Lehrerin

Die Jungfrau Maria, Modell, Bild und vollendetes Glied der Kirche, zieht uns durch ihre geistliche Schönheit zu Gott. Die vollkommene Jüngerin des Meisters wird Lehrerin und geistliche Führerin, und sie lehrt uns durch ihr Beispiel, das Ideal, das sie als erste gehört und gelebt hat, in der alltäglichen Einfachheit zu verwirklichen. Sie begleitet uns mit ihrer mütterlichen Liebe und führt uns auf unserem Weg zu Gott, weil sie, die nach dem Willen des Vaters und durch das Wirken des Geistes Christus empfangen hat, mit dem Heiligen Geist in seinem wunderbaren Handeln darin vereint bleibt, Christus in den Gläubigen einzupflanzen und heranzuformen.163 Karmeliten aller Zeiten, besonders die Mystiker, haben den Einfluss Mariens auf ihr geistliches Leben erfahren und beschrieben.164 Das Skapulier macht deutlich, dass uns Maria mit Christus bekleiden will.

54. Berufungen ergänzen sich

Es bedarf einer Offenheit für die Tatsache, dass sich Berufungen in der Kirche gegenseitig ergänzen.

Die Berufung zum Ordensleben entsteht oft in einer Familie oder in einer Gemeinschaft von Laien, die den Kandidaten mit ihrem Gebet und ihrer geistlichen Unterstützung weiter begleiten.

Die Menschen, mit denen wir leben, ermutigen uns und fragen uns an: durch ihren Glauben, ihre Lebensweisheit, ihre Sorge um den Lebensunterhalt, auch in Situationen der Armut, und durch die Art und Weise, wie sie die Schwierigkeiten des Lebens bewältigen.

Bei der kritischen Unterscheidung im Hinblick auf die Berufsfindung und während der Grundausbildung helfen die Begegnung, der Austausch und die Zusammenarbeit mit Ordensleuten anderer Institute oder mit Priesteramtskandidaten und Priestern, die eigene Berufung und das eigene Charisma zu klären. Solche Beziehungen werden den gesamten Weg des Ordenslebens begleiten.

55. Der Konvent als Ort der Grundausbildung

Das Charisma des Ordens wird den Kandidaten vor allem durch die Gemeinschaft, in der sie leben, vermittelt. Daher bedarf es einer gewissen Einigkeit unter den Mitglieder des Konventes, in denen die Brüder in Ausbildung leben,165 was von den Höheren Oberen bei Versetzungen in solche Gemeinschaften berücksichtigt werden muss. Gerade nach der Neubesetzung einer Gemeinschaft soll ein ständiger Dialog zwischen ihren Mitgliedern weitergehen, um die Ausbildung zu verbessern und zu unterschiedliche Ansichten zu vermeiden. Alle Mitglieder der Gemeinschaft müssen sich ihrer Verantwortung für die Ausbildung der Kandidaten bewusst sein, denn sie sind gerufen, ihnen ein konkretes Vorbild für das Leben im Karmel zu sein.166 Jedoch sollen alle darauf achten, sich nicht in die spezifische Aufgabe des Ausbilders einzumischen. Die Gemeinschaft muss den Kandidaten eine geistliche Atmosphäre bieten, einen angemessenen Lebensstil sowie apostolischen Eifer und sie dadurch für eine radikale Christusnachfolge begeistern.167 Das gemeinsame Gebet und die in der Gemeinschaft gefeierte Eucharistie, die regelmäßigen Zusammenkünfte, die Tischgemeinschaft und die Rekreation fördern ein gegenseitiges Kennenlernen und die lebendige Weitergabe unseres Charismas.

56. Der Konvent als Ort der Weiterbildung

Die eigene Gemeinschaft ist der bevorzugte Ort für die Weiterbildung seiner Mitglieder,168 da sie für den einzelnen als Person, als Christ und als ein mit Gott und den Brüdern lebender Ordensmann, das Umfeld für Wachstum und Reife ist. Die Gemeinschaft ist keine Gruppe von Menschen, die sich durch ihr Zusammenleben in ihrer individuellen Kreativität und bei der Entwicklung von geistlichen Charismen beeinträchtigen oder die sich nur nach dem beurteilen, was sie tun. Sie ist vielmehr ein Gruppe, in der jeder Bruder als Abbild Gottes gesehen und zur Entfaltung der eigenen Person in Freiheit und Verantwortung ermutigt wird. Deshalb muss nach Möglichkeiten gesucht werden, die „das menschliche, intellektuelle, geistliche und pastorale Wachstum“169 eines jeden Bruders fördern. Die Zusammenkünfte des Konvents können zu Zeiten des Austausches und zu Gelegenheiten der Weiterbildung werden. Es ist wichtig, sich durch Besinnungstage, Exerzitien, Kurse, Vorträge, Bücher, Zeitschriften oder andere Mittel auf dem Laufenden zu halten. Damit dies auch realisiert werden kann und jeder Zeit für diese Dinge findet, muss kritisch unterschieden und darf niemand mit Tätigkeiten überlastet werden.170. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe der Gemeinschaft soll die Provinz gemeinsame Initiativen ergreifen, die jeden Bruder miteinbeziehen.

57. Der Ausbilder

Das Wirken Gottes des Vaters, der durch den Geist die Herzen der geweihten Personen nach der Gesinnung Christi171 formt, wird von den Ausbildern, die den Gerufenen wie „ältere Brüder“ zur Seite gestellt sind, vermittelt.172 Das Gelingen der Ausbildung hängt sehr von ihnen ab.173

Die Aufgabe des Ausbilders ist sehr heikel, sie erfordert eine gute Vorbereitung und das Bemühen um eine ständige Weiterbildung. Die Ausbildung guter Ausbilder ist zur Zeit eine der wichtigsten Aufgaben.

Nach Möglichkeit soll der Ausbilder nicht gerade erst seine eigene Grundausbildung beendet haben. Er soll konkrete Erfahrungen auf dem kontemplativen Weg, im brüderlichen Leben und im apostolischen Dienst gemacht haben. Vom Ausbilder wird eine gewisse psychologische und geistliche Reife gefordert; er soll relativ frei von persönlichen Schwierigkeiten und verhältnismäßig selbstsicher sein, damit er sich anderen mitteilen, mit ihnen sprechen und mit ihnen zusammenarbeiten kann.

58. Aufgaben und Fähigkeiten des Ausbilders

Es ist Aufgabe des Ausbilders:

a) kritisch zu unterscheiden

Er hilft dem Kandidaten, den Ruf Gottes und sein oft verborgenes Handeln in den konkreten Lebensumständen wahrzunehmen und die Wege zu entdecken, auf die er ihn gerade führt.

Dies erfordert vom Ausbilder nicht nur die Fähigkeit des Hinschauenkönnens und der Intuition, sondern vor allem eine gewisse geistliche Weisheit, die sowohl Geschenk Gottes ist wie auch Frucht der ständigen Übung, das eigene Leben im Licht des Wortes Gottes und betend zu reflektieren.

b) begleiten

Er steht dem Kandidaten in seinem Wachstum bei, besonders durch „das persönliche Gespräch, das als Gewohnheit von unersetzlicher und erprobter Wirksamkeit mit Regelmäßigkeit und einer gewissen Häufigkeit geführt werden soll“.174 Der Ausbilder soll den Kandidaten begleiten, indem er dessen Charakter und Entwicklungsstand berücksichtigt. Jedoch muss er ihm dabei klar die Erfordernisse für eine Nachfolge Christi im Karmel darlegen.

Diese Aufgabe erfordert innere Gelassenheit, Verfügbarkeit, Geduld, Verständnis, wahre Liebe und tiefen Respekt vor der Unantastbarkeit des Gewissens des Kandidaten, eine gute Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten der Pädagogik, der Psychologie und des geistlichen Weges sowie Offenheit und Sensibilität für die Kultur oder Subkultur, aus der er kommt.

Auch der Ausbilder ist ein Bruder auf dem Weg zu einem Ziel, das er noch nicht erreicht hat. Er kennt aus Erfahrung die Freuden und Mühen des Weges, auf den ihn Gott gerufen hat und auf den er jetzt andere ruft. Dadurch kann er die ihm anvertrauten Kandidaten verstehen, sich mit ihnen freuen, mit ihnen leiden und sie in der Weisheit dessen begleiten, der die Abschnitte dieses Weges gut kennt.

c) nähren

Der Ausbilder gibt solide theoretische, geistliche und praktische Nahrung und vermittelt die lebendige Tradition des Ordens, sein Charisma und seine Spiritualität eher mit dem Beispiel des eigenen Lebens als durch Belehrung175.

Dies erfordert vom Ausbilder eine gute theologische und spirituelle Bildung, eine gute Kenntnis des Ordens und eine tiefe Identifikation mit ihm.

d) beurteilen

Nach und nach beurteilt der Ausbilder im Namen der Kirche und des Ordens den Fortschritt des Kandidaten und versucht dabei, sich in Liebe an die Wahrheit zu halten176.

Dies erfordert vom Ausbilder Klarheit über die Kriterien der Beurteilung177, die in kritischer Unterscheidung, in Respekt vor der personalen Würde des Kandidaten und in Liebe zur Provinz und zum Orden anzuwenden sind.

Der Ausbilder muss sich des allmählichen Fortschreitens auf dem Weg bewusst sein und Verständnis für gewisse Inkonsequenzen oder Defizite des Kandidaten aufbringen, indem er ihm einerseits in Offenheit begegnet und ihn andererseits ermutigt, den Weg bis zum Ziel zu gehen.

59. Koordination der Ausbildung

Jede Stufe der Grundausbildung soll ihren eigenen Ausbilder haben. Dies ist sehr wichtig, jedoch soll es eine Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Ausbildern der verschiedenen Stufen geben, damit der Ausbildungsprozess kontinuierlich verläuft.178 Zu diesem Zweck soll jede Provinz eine Ausbildungskommission haben. Sie besteht aus dem Provinzial oder dem damit beauftragten Provinzrat, den Ausbildern und dem Beauftragten für die Berufungspastoral. Aufgabe dieser Kommission ist es, regelmäßig die Ausbildungsordnung der Provinz, in der die Prinzipien dieser Ratio Institutionis Vitae Carmelitanae anzuwenden sind, zu revidieren. Diese wird dann vom Provinzial und seinem Rat approbiert. Außerdem überprüft sie regelmäßig den Ablauf der Ausbildung und berät sich über die Kandidaten.

Es ist angebracht und manchmal auch notwendig, dass ein Ausbilder Unterstützung von einem Assistenten erhält oder von einem Team, das ihm in der Begleitung und Beurteilung der Kandidaten hilft. Dieses Team, das auch Nicht-Karmeliten179 einschließen kann, soll eng mit dem Ausbilder zusammenarbeiten und unter seiner Leitung stehen. Der Ausbilder bleibt immer persönlich für die Ausbildung verantwortlich.180

 

C. Die Verantwortung der Höheren Oberen und die Strukturen der Zusammenarbeit

60. Der Orden

Mit der Ordensprofess wird der Kandidat zuerst in den Orden als solchen und dann in die Provinz oder das Generalkommissariat inkardiniert.181 Deshalb muss der Gesamtorden in die Grundausbildung und die Weiterbildung seiner Mitglieder einbezogen sein. Das eine Charisma und das Band der Brüderlichkeit, das uns eint, findet seinen konkreten Ausdruck in der Zusammenarbeit auf internationaler, regionaler und nationaler Ebene und, sofern angebracht, mit anderen Mitgliedern der karmelitanischen Familie. Eine Förderung dieser Zusammenarbeit ergibt sich aus dem Bedarf an qualifizierten Ausbildern, die ausdrücklich auf diese Aufgabe vorbereitet sind, sowie aus der Notwendigkeit, an der Klärung und Inkulturation des Charismas weiterzuarbeiten.

Deswegen setzen der Generalprior und sein Rat eine internationale Kommission für die Ausbildung ein, deren Mitglieder die verschiedenen Regionen des Ordens vertreten sollen. Die Kommission arbeitet unter der Leitung des Delegaten des Generalpriors für die Ausbildung, der normalerweise einer der Generalräte ist. Aufgabe der Kommission ist die Förderung der Zusammenarbeit in der Grundausbildung, die regelmäßige Überarbeitung der Ratio Institutionis Vitae Carmelitanae, die Organisation von Begegnungen und Zusammenkünften der Ausbilder sowie die Unterstützung des Generalrats oder des Delegaten bei der Erfüllung der in Nr. 61 genannten Aufgaben.

Eine andere Gruppe soll unter der Führung desselben Delegaten des Generalpriors für die regelmäßige Organisation von Weiterbildungskursen, die für alle Mitglieder des Ordens und der karmelitanischen Familie offen sind, verantwortlich sein.182

Initiativen von Provinzen der gleichen Nation oder Region bezüglich der Grundausbildung und der Weiterbildung sollen gefördert werden. Vielleicht ist heute die Offenheit der Ausbildungsstrukturen einer Provinz für Brüder anderer Provinzen von größerer Bedeutung. So wird der Austausch, die Internationalität und eine bessere Nutzung der Ressourcen begünstigt. Natürlich geht es dabei nicht um eine Entledigung der eigenen Verantwortung.

61. Der Generalprior und sein Delegat

Die Zuständigkeit und Leitung der Ausbildung im Gesamtorden liegt in der Kompetenz des Generalpriors.183 Diese Aufgabe erfüllt er hauptsächlich durch eine besondere Aufmerksamkeit für die Ausbildung während seiner Besuche in den Provinzen. Es ist seine Aufgabe und die seines Rates, die Ratio Institutionis Vitae Carmelitanae zu approbieren und für deren regelmäßige Revision mindestens einmal im Sexennium eine Versammlung aller Ausbilder des Ordens einzuberufen.184

Um dem Generalprior in seiner Verantwortung für die Ausbildung zu helfen, soll der Generalrat einem seiner Mitglieder diesen Aufgabenbereich übertragen.185 Wenn der Generalprior es für nötig hält, kann er dafür einen Delegaten ernennen, der nicht Generalrat ist.186

Es ist die Aufgabe dieses Generalrates oder Delegaten:

  • die Ausbildung im Orden zu leiten und die Umset zung der Ratio Institutionis Vitae Carmelitanae im ganzen Orden zu fördern;

  • die verschiedenen Ausbildungsordnungen der Provinzen zu kennen und zu prüfen;

  • den Meinungsaustausch zwischen den Provinzen hinsichtlich der Ausbildung zu fördern und beim Austausch von Ausbildern und Brüdern in Ausbildung zu helfen;

  • ein Programm für die Ausbildung der Ausbilder zu entwickeln und zu organisieren;

  • den Anliegen der Ausbildung in den neu entstehenden Teilen des Ordens besondere Aufmerksamkeit zu schenken;

  • die internationale Kommission für Ausbildung einzuberufen und ihr vorzustehen.

62. Der Provinzial und sein Delegat

Die Zuständigkeit und Leitung der Ausbildung in einer Provinz liegt in der Kompetenz des Provinzials oder seines Delegaten, den er normalerweise aus seinen Räten auswählt.187 Der Provinzial und sein Rat sind direkt in die Ausbildung einbezogen, und zwar nicht nur, wenn es um Entscheidungen für die Zulassung einzelner Kandidaten zu den verschiedenen Phasen der Ausbildung geht, sondern auch durch Besuche, Gespräche, Informationen und Auswertungen, die regelmäßig zusammen mit der Ausbildungskommission durchzuführen sind.188 Der Provinzial wählt mit großer Sorgfalt die Ausbilder aus und teilt mit ihnen die Bürde ihrer anspruchsvollen Aufgabe, indem er sie ermutigt, unterstützt und auch auf ihren allgemeinen Gesundheitszustand achtet.189

Die Verantwortung der Höheren Oberen für die Ausbildung ihrer Brüder endet nicht mit der Feierlichen Profess oder den Weihen. Unsere Ausbildung muss das ganze Leben dauern. Die Oberen sind daher auch für die Ermöglichung einer menschlichen, geistlichen, theologischen und pastoralen Weiterbildung verantwortlich. Sie sollen sich persönlich für jeden einzelnen Mitbruder interessieren und hilfreiche Strukturen für die Ausbildung fördern.


153 VC 17.

154 VC 18.

155 ebd.

156 Vgl. VC 17.

157 Vgl. Mk 1,16-20; 2,14; 10,21.28.

158 VC 18.

159 Vgl. VC 19.

160 Vgl. PI 19.

161 Vgl. VC 30.

162 Das brüderliche und schwesterliche Leben 10.

163 Vgl. LG 63, PI 20.

164 Vgl. Maria Magdalena v. Pazzi, Probatione 728-730; rato 30 ottobre 1600; I Colloqui 361-363; Michael vom Hl. Augustinus, De vita Mariae-formi et mariana in Maria propter Mariam; Therese vom Kinde Jesu, Ms A, 56v-57v; 75r; 77r; PN 5,11.

165 Vgl. PI 27.

166 Vgl. Konst. 120, 144.

167.Vgl. PI 27.

168 Vgl. Das brüderliche und schwesterliche Leben 43-46.

169 Konst. 33.

170 vgl. ebd.

171 Vgl. Phil 2,5.

172 Vgl. VC 66.

173 Vgl. PI 30.

174 VC 66.

175 Vgl. PI 30.

176 Vgl. Eph 4,15.

177 Vgl. Anhang.

178 Vgl. PI 32.

179 Vgl. Konst. 123.

180 Vgl. PI 32.

181 Vgl. Konst. 175.

182 Vgl. Konst. 171.

183 Vgl. Konst. 125.

184 Vgl. Konst. 129.

185 Vgl. Konst. 303.

186 Vgl. Konst. 129, 303.

187 Vgl. Konst. 125.

188 Vgl. Konst. 124.

189 Vgl. Konst. 122.