versteht sich als Gemeinschaft von Frauen und Männern (verheiratet oder
ledig), die sich auf dem vielfältigen Weg der Nachfolge Christi von der
Spiritualität des Karmel leiten lassen.
Die Verbundenheit mit dem lebendigen Gott suchen sie im betrachtenden Gebet,
dem sie täglich wenigstens eine halbe Stunde widmen.
Aus dem Stundenbuch
der Kirche beten sie täglich Laudes und Vesper (Morgen- und Abendlob),
und nach Möglichkeit feiern sie auch täglich die hl. Messe mit. Sie
versuchen, in der Gegenwart Gottes zu leben wie der Prophet Elija und verehren
die Gottesmutter als Vorbild eines betenden und gottverbundenen Menschen. Durch
das Tragen des Skapuliers stellen sie sich unter ihren Schutz.
Das erste und eigentliche Apostolat der Terziaren ist das Gebet. Neben der
Bereitschaft zum Einsatz im kirchlichen Leben soll ihnen besonders die Sorge
um die geistlichen Berufe und die Missionen am Herzen liegen. So sind sie von
missionarischem Eifer um das Heil aller Menschen erfüllt.
Die Gemeinschaften des 3. Ordens sind selbständige, örtliche
Gemeinden, deren Mitglieder sich regelmäßig einmal im Monat zum gemeinsamen
Gebet, Vortrag und geistlichen Austausch treffen. In Ausnahmefällen ist
die Mitgliedschaft auch möglich, ohne zu einer örtlichen Gemeinde
zugehörig zu sein.
Die Aufnahme in den 3. Orden geschieht nach einer Zeit der Kontaktnahme und
des Kennenlernens. Es folgt ein Jahr geistlicher Einführung. Nach diesem
Jahr geschieht die Bindung an die Gemeinschaft durch das Gelöbnis, sein
Leben im Sinne der evangelischen Räte - den Lebensumständen entsprechend
- zu gestalten und so den Weg der Nachfolge Christi zu gehen. Durch das Zeugnis
ihres Lebens mitten in unserer Welt sind die Mitglieder des 3. Ordens Hinweis
auf die Gegenwart Gottes, der in Jesus Christus gekommen ist, allen "Leben
in Fülle" (Joh. 10,10) zu schenken.
Die Entstehung des 3. Ordens
Johannes Soreth
Karmelitenkloster Straubing
Die Wurzeln des 3. Ordens reichen bis in die Frühgeschichte des Karmel
in Europa zurück. Wir finden Beispiele einzelner und ganzer Gemeinschaften,
die sich in der Nähe von Karmelitenkirchen niederließen. Diese Gruppen
waren selbständige Gemeinschaften und standen unter der geistlichen Leitung
der Karmeliten.
Der Ordensgeneral Johannes Soreth bemühte sich als erster, diese karmelitanisch
ausgerichteten Gruppen zusammenzufassen. Als Datum der formellen Errichtung
eines 3. Ordens wird der 28.11.1476 genannt, als Papst Sixtus IV. das "Mare
Magnum", d.h. alle dem Karmel gewährten Privilegien, bestätigte.
Doch erst 1550 werden auch Personen, die nicht einem Konvent beitraten, sondern
in der Welt ein religiöses Leben führten, in den 3. Orden aufgenommen
(vgl. P. Joseph Kotschner OCarm. "Karmel in der Weit" S. 36/37).
Geschichte des Karmel
Der Orden der Karmeliten entstand im 13. Jahrhundert. Im Vergleich zu anderen
Orden hat er keinen eigenen Gründer.
Zur Zeit der Kreuzzüge ließen sich Pilger und Kreuzfahrer aus dem
Abendland um die Eliasquelle am Berg Karmel nieder. Ihnen gab der lateinische
Patriarch Albert von Jerusalem um 1209 eine Lebensregel, deren Kernsatz
lautet: Der einzelne möge Tag und Nacht im Gesetz des Herrn betrachten
und im Gebet wachen, wenn er nicht auf andere und rechte Weise beschäftigt
ist.
Der Prophet Elija
Elija, Marc Chagall
St. Stephan, Mainz
Der Name des Propheten Elija ist eng mit dem Berg Karmel verbunden. So spielt
Elija als geistiger Vater für die Karmeliten eine wichtige Rolle.
Sein Ausspruch "So wahr Jahwe, Israels Gott, lebt, vor dessen Angesicht
ich stehe ..." (1 Kg 17,1) umschreibt einen Teil des Karmel-Ideals.
Die Gottesmutter Maria
Die Einsiedler auf dem Berg Karmel bauten ihre Zellen um eine Marienkapelle,
in der sie sich zum Gebet und zur Eucharistiefeier versammelten. Maria,
die "auf Gott hin geöffnete Magd des Herrn", wurde neben Elija
geistiges Vorbild des Ordens, der noch heute den offiziellen Namen trägt:
"Brüder der seligsten Jungfrau Maria vom Berg Karmel."
Übersiedlung nach Europa
Als die Karmeliten Palästina verlassen mußten und nach Europa übersiedelten,
faßten sie rasch Fuß und verbreiteten sich bald in der ganzen Welt.
Sie widmeten sich verschiedenen Formen der Seelsorge und wurden den "Bettelorden"
zugezählt.
Entstehung der Karmelitinnen
Im 15. Jahrhundert entstand durch den Ordensgeneral Johannes Soreth der
weibliche Zweig des Ordens. Durch die Zeitumstände bedingt, verfiel
das Ordensleben immer mehr. Mehrere Reformversuche wurden unternommen.
Die Reform von Theresia von Avila und Johannes vom Kreuz führte dazu,
daß ein neuer Zweig des Ordens entstand, der sich "Unbeschuhter"
bzw. "Theresianischer Karmel" nennt.
Heilige des Ordens
In der Geschichte des Karmel gibt es zahlreiche Frauen und Männer, die
in vorbildlicher Weise die Spiritualität des Ordens lebten und so das Gesicht
ihrer Zeit prägten: der hl. Petrus Thomas (1305 -1366), der hl. Andreas
Corsini (1300 - 1374), der sel. Johannes Soreth (1394 - 1471), die hl. Maria
Magdalena von Pazzi (1566 - 1607), die hl. Teresa von Avila (1515 - 1582), der
hl. Johannes vom Kreuz (1542 - 1591), die hl. Therese von Lisieux (1873 - 1897).
Aus unserer Zeit zählen dazu P. Titus Brandsma (1898 -1942) und Edith Stein
(1899 - 1942), die ein mutiges Glaubenszeugnis ablegten und in den KZ's des
"Dritten Reiches" umkamen.
Interessenten können sich an folgende Adresse wenden: