Für Frater Alois gibt es nicht wenige Zeugen, die mitteilen, welchen Eindruck
sie bei Begegnungen mit ihm gewonnen haben. An erster Stelle wird seine Bescheidenheit
und Freundlichkeit hervorgehoben. Hier einige Aussagen: Er war "immer freundlich,
ernst und erbaulich". "Wenn man mit ihm sprach, hörte er
bescheiden zu und antwortete dann ruhig und ebenso bescheiden". Ein
herzlich gespendetes "Vergelts Gott quittierte er in schlichter, freundlicher
Zustimmung mit "Segne's Gott!". Als Student "schaute ich
mit großer Bewunderung zu ihm auf, weil er uns Studenten immer mit
der größten Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnete".
Er "hörte meinen Wunsch an und erklärte immer mit großer
Freundlichkeit seinen Helferwillen".
Ein Mitbruder, der ihn im Krankenhaus besuchte: "So freundlich und doch
voll heiligen Ernstes seine Worte". Man muss "die Bescheidenheit
bewundern, mit der er sich unbemerkbar zu machen wusste". "Er war
trotz seines Alters immer fleißig und freundlich und es war ihm nichts
zu viel". In einem Brief an den Vizepostulator Pater Thaddäus ist
zu lesen: "Liebe Bekannte, die Br. Alois noch persönlich kannten,
sagten mir, dass er die Liebenswürdigkeit selbst gewesen sei".
"Trotz seines leidenden Zustandes, der vielfach qualvolle Schmerzen
mit sich brachte, war Frater Alois immer der Bruder Immerfroh. Aus seinen stets
heiteren Mienen, seinem gewinnenden Lächeln strahlte die Schönheit
seiner ganz Gott zugewandten Seele".
Damit ist erahnt und angedeutet, welch innige Gottverbundenheit Frater Alois
besaß. Frater Konrad, der lange Zeit an seiner Seite arbeitete, bekennt:
"In seiner Nähe fühlte man die Gegenwart Gottes, in welcher
er stets lebte und wandelte. Opfernd und schweigend ging er auch in die Leidensschule
unseres Gekreuzigten". Nach einem Besuch des im Krankenhaus liegenden Mitbruders
bekennt P. Andreas: "Friedlich, vollkommen gottergeben und gesammelt in
Gott schien er mir da". Ein Weltgeistlicher, der längere Zeit Gast
des Bamberger Klosters war, spricht dem Frater Alois zu: "Gottinnigkeit.
Ruhe und verklärter Friede waren über sein ganzes Gehaben hin, besonders
in seinen Gesichtszügen sichtbar hervortretend. ... Adel der Gotteskindschaft.
Sein Benehmen war verfeinert, edel, würdig, - aber alles natürlich.
Er ließ sich auch in seiner äußeren Haltung nicht gehen und
hatte seine Bewegungen in der Gewalt. Ihm war eben alles Gottesdienst".
Und Msgr. Johann Grellner bezeugt: "Immer und überall, wo ich mit
Frater Alois zusammen traf, mit ihm sprach, gewann ich den Eindruck, dass
sich unter seinem bescheidenen Äußern und seiner ständigen
Sammlung ein überreiches Innenleben, eine außergewöhnliche
Liebesvereinigung mit Gott verbargen"..."Frater Alois war ein Ordensmann,
an dessen Worten, an dessen ganzer Gesinnung, seiner Haltung, man sich erbaute
und dessen Opferbereitschaft zum Ertragen seines schweren Leidens wirklich ans
Heroische grenzte. Wenn man mit ihm zusammen war, war man tiefst beeindruckt
von diesem Manne und verließ ihn mit den besten Vorsätzen zur eigenen
Lebensbesserung". Das Zeugnis zweier Schwestern, die im Bräuhaus der
Karmeliten wohnten und oft in Kontakt mit Frater Alois kamen, gipfelt in dem
Eindruck: Er "war ein Mann nach dem Herzen Gottes, voll heiliger Liebesglut,
der sich verzehrte im Dienste seines Herrn und Meisters und der sich seinem
lb.Karmelitenkloster mit ganzer Kraft und edler Hingabe weihte".
In vielen Zeugnissen wird Frater Alois als heiligmäßig oder kurzweg
als "Heiliger" bezeichnet. Dieser Meinung waren auch seine eigenen
Mitbrüder. Sie hielten ihn als reif für den Himmel. Dem Frater Hilarius
lag bei einem Besuch der Schreinerei die Bitte auf den Lippen: "Frater
Alois, wenn Sie einmal im Himmel sind, dann legen Sie ein Wörtchen Fürsprache
für mich ein", er wagte es aber nicht, die Bitte auszusprechen. "Man
sprach von ihm mit großer Hochachtung, man hielt ihn für einen
heiligen Mitbruder; die Mitbrüder hielt er für besser als sich selbst".
P.Marianus schreibt: "Am 2.März 1936 nahm ich ihn [Frater Alois] auf
meine Primiz mit, weil ich dachte, der liebe Herrgott werde um seinetwillen
mit etwas mehr Wohlgefallen auf die Primiz herabsehen können". P.Thaddäus
erinnert sich: "Als Kleriker hielten wir ihn für einen wirklichen
Heiligen, an dem wir nichts auszusetzen fanden". Und Frater Heinrich, der
ein Mitarbeiter des Fraters Alois war, sagte einmal: "Wenn der kein Heiliger
wird, dann wirds überhaupt keiner".
Außenstehende waren ebenfalls von der Heiligmäßigkeit des
Fraters Alois überzeugt. Erzbischof Joseph Otto Kolb, der persönlich
an der Umbettung unseres Mitbruders beteiligt war, nennt ihn einen "im
Rufe der Heiligkeit verstorbenen Bruder des Karmelitenkonvents in Bamberg".
Ein Weltgeistlicher, der Frater Alois erlebt und gut gekannt hat, sagt
zu seiner Seligsprechung "vere dignum et iustum est". Ordensschwestern
berichten: "Frau Oberin Bonifatia, die ihn auch sonst [nicht nur bei seinen
Arbeiten] recht kritisch beobachtete, äußerte im Konvent: Dieser
Karmelitenbruder Alois ist ein Heiliger. Ich glaube bestimmt, dass er einmal
heilig gesprochen wird. Eine Schwester verwahrte in einer gewissen Vorahnung
einen von ihm benutzten Gegenstand ehrfürchtig. Jetzt bedeutet ihr dieser
eine Reliquie". Eine fern Verwandte schreibt: "Frater Ehrlich haben
wir noch gekannt, bei seinen Besuchen hier kam er immer zu unserm Vater, der
ihn uns damals schon als Heiligen bezeichnete". Eine andere Verwandte:
"Ich zähle ihn ja längst zu den Heiligen des Himmels, Wunder
kann ich gerade nicht beweisen". Viktoria Fritzenwanger aus Reichenhall
bezeugt: "Wenn ich ihn dann nach getaner Arbeit im Chorstuhl knien sah
im Gebet, dachte ich mir immer: So kann nur ein Heiliger beten, - was ich auch
des öfteren mit meinem Manne besprach". Ein Ehepaar lernt Frater Alois
kennen, nach dem Verlassen der Schreinerei sagt der Ehemann spontan: "Wir
sind einem Heiligen begegnet". Ähnlich hat sich einmal ein in der
Nachbarschaft des Klosters wohnender Protestant geäußert: "So
wie Frater Alois ist, stelle ich mir die Heiligen vor". Und ein Oberlehrer,
der Bruder Alois kannte und beobachten konnte, sagte gelegentlich zu P.Anastas:
"Ihr werdet sehen, der wird einal heilig gesprochen".