Anfang
des 12. Jhdts. entsteht der Karmelitenorden als eine Gemeinschaft
lateinischer Eremiten auf dem Berg Karmel.
Zwischen 1206 und 1214 lassen sie sich von Albert, dem Patriarchen
von Jerusalem, eine Regel geben. Sie sieht als Kernstück vor,
„Tag und Nacht über das Gesetz Gottes zu meditieren und
im Gebet zu wachen“.
1238 kehren die Karmeliten wegen der zunehmenden Sarazenengefahr
in ihre europäische Heimat zurück. Die ersten Niederlassungen
im deutschsprachigen Raum werden 1249 in Köln und 1252 in Würzburg
gegründet.
1247 wird die Regel auf Bitte des Generalkapitels durch Papst Innozenz
IV. den neuen Lebensumständen in Europa angepasst und bestätigt.
15. Jhdt.: General Johannes Soreth (1394-1471) bemüht sich
um eine spirituelle Reform des gesamten Ordens; zudem wird er zum
Gründer der Karmelitinnen (1452) und des sog. Dritten Ordens.
1593 führt die Reform von Teresa von Avila (1515-1582) nach
ihrem Tod und zu der von ihr nicht intendierten Abtrennung der Unbeschuhten
Karmeliten.
17. Jhdt.: Im Stammorden führt die sog. Tourainer Reform zu
einem inneren und äußeren Aufleben der Gemeinschaften
bis zur Säkularisation.
Heute besteht der Orden (Brüder) aus 2200 Mitgliedern, aufgeteilt
in 19 Provinzen, 2 Generalkommissariate und 3 Generaldelegaturen.
Auch heute lebt der Karmel, der inzwischen in der ganzen Welt verbreitet
ist, aus der für ihn charakteristischen Einheit von Kontemplation
und Aktion: dem „Stehen vor Gott“, also der leidenschaftlichen
Suche nach der liebevollen Gegenwart Gottes im konkreten Hier und
Jetzt, zusammen mit allen, die seine liebende und heilende Nähe
in ihrem Leben entdecken und erfahren wollen.