Baugeschichte und Beschreibung

Noch in das Jahr der Niederlassung 1368 fallen erste Nachrichten über einen Kirchenbau, der nach einem basilikalen Plan begonnen, schließlich als Hallenbau weitergeführt wurde. 1372 erfolgte die Konsekration von sieben Altären. Für 1377 ist ein erster Anbau einer Kapelle an der Südseite des Chores bezeugt. Seit 1395 wurde der Chor mit den Umfassungsmauern aufgezogen, in dem man 1397 Herzog Albrecht II. bestattete. Damals entstanden auch die Ostwände der Seitenschiffe bis zur vollen Höhe. Nach einer längeren Pause kam es erst in den 20er Jahren des 15. Jahrhunderts zum Weiterbau am Langhaus.

1430 konnte die gesamte Kirche geweiht werden. Laut einer verlorenen Inschrift wurde im Chor erst 1466 von Hans Scharf ein Gewölbe eingezogen, das jedoch verloren ist. Mit der Überführung (1661) des Gnadenbildes "Maria von den Nesseln" erhielt die Bettelordenskirche den Charakter einer Wallfahrtskirche. Dies wurde mit den Plänen von Wolfgang Dientzenhofer aus Amberg bestimmend für die Barockisierung des Gotteshauses. Laut Kontrakt hatte Dientzenhofer eine "Erweiterung" der Kirche zu schaffen.
Um den gotischen Raum in barocke Form zu bringen, wurden die langen, schmalen Spitzbogenfenster verkürzt und abgerundet, die Altarnischen an den Wänden der Seitenschiffe nach außen geschoben, die Pfeiler durch Gesims, Rund- und Rechteckschaft mit abgerun­deten Schmalseiten und durch korinthisches Kapitell gegliedert sowie der Fußboden angehoben, sichtbar am Stufenanstieg vom Kreuzgang, von der Sakristei und in der Vorhalle im Turm mit den freigelegten Gewänderesten des ursprünglichen gotischen Westportals.
Zur Minderung des gotischen Höhenzu­ges wurde in der Halle das Gewölbe heruntergesetzt, dafür ein Stichkappentonnengewölbe aus Lattenwerk, wohl aus statischen Gründen, eingezogen. Die Stukkaturen schufen in den Jahren 1701/2 Mitglieder der Werkstatt Giovanni Battista Carlone und Paolo d'Aglio, die einzig unter der Orgelempore verbliebe­nen Fresken und Ornamente stammen von Melchior Steidl (1702). Zur gänzlichen Erneuerung des Fußbodens im Chorraum kam es bei der Restaurie­rung im Jahre 1968. In den Jahren 1973/76 wurde das Äußere der Kirche restauriert, 1985/93 das Innere. Dabei folgte man in der einheitlichen Auswei­ßung des Kirchenraumes dem Befund, der für die Umgestaltung nach Dientzen­hofer ermittelt werden konnte.

Die Baumeisterfrage
Wohl unter Meister Konrad von Straubing, der ein basilikales Langhaus vorgesehen hatte, wird der Bau von Chor und Kloster in den Jahren 1368 bis 1378 eingerichtet. Für die entscheidende Bauphase übernimmt offenbar in den 90er Jahren des 14. Jhs. Meister Hans Krumenauer die Leitung. Auf ihn geht der mittels Triumphbogen ausgeschiedene Chor mit seinem 5/8-Schluß zurück, dessen auffällige Streckung in seiner Verwendung als Betchor begründet liegt. Krumenauer zieht die Ostwände der Seitenschiffe auf und legt damit den Querschnitt der Kirche fest. Maßgeblichen Einfluß übt er auch auf die Planung des Langhauses aus. Für Hans von Burghausen, der in den 20er Jahren des 15. Jahrhunderts das Langhaus mit den Seitenschiffen erstellt, sind somit Grund- und Aufriß weitgehend vorgegeben.