Mechanische Krippe für Kinder
Auf
der linken Seite der Krippenstube kann durch Einwurf eines Euro ein Kreislauf
in Bewegung gesetzt werden, der wichtige Ereignisse der Heilsgeschichte und
der Lokalsphäre näher bringt, besonders für große und kleine
Kinder. Die Suche nach Bewegungsszenen ergab bisher folgende Darstellungen:
Sankt Nikolaus fährt in einer prächtigen Kutsche durch die belebten,
verschneiten Straßen, Mariae Heimsuchung, das Christkind auf goldenem
Schlitten beschert die Kinder, die Heilige Familie flieht vor den eindringenden
Soldaten, Einzug Jesu in Jerusalem, der kreuztragende Jesus, Maiprozession mit
der Nesselmuttergottes, Fronleichnamsprozession, der göttliche Kinderfreund.
Dass solche Bewegungsszenen schwer zu finden sind, ist wohl klar. Wir nehmen
Anregungen dankbar entgegen.
Die
Figuren (25 - 28 cm, bekleidet) für beide Jahreskrippen stammen aus verschiedenen
Beständen. Schon für 1666 ist ein Krippenopfer bezeugt. 1780 - im
Jahr des großen Stadtbrandes - vermacht ein gewisser JX Zislsperger seine
Krippe dem Kloster gegen vielfältige seelsorgerliche Leistungen des Konvents.
Vermutlich sind noch Teile dieser Barockfiguren vorhanden: Elefant, Ochs, Widder,
Pudel (?), einige wenige Köpfe und Körper, gewisse Begleitfiguren,
vor allem aber herrliche Kopfbedeckungen (Engelskronen, Königskronen bzw.
-turbane, sonstige Hüte). Mit der Verlegung der Marianischen Männerkongregation
in die Karmelitenkirche 1814 dürften Krippenfiguren aus der Jesuitenkirche
(damals Magazin!) in das Karmelitenkloster gelangt sein. Von 1803 bis 1825 herrschte
nämlich ein strenges Krippenverbot. Nach neueren Untersuchungen übernahm
der Präses Johann Baptist Reisinger, als er 1830 die Kongregation wieder
in die Jesuitenkirche zurückverlegte, einen (kleineren ?) Teil des Krippenfundus,
der sich bei den Karmeliten angesammelt hatte, um am alten Ort die Krippentradition
wieder aufleben zu lassen.
Aus dem Kloster kommt zunächst keine Nachricht über Krippen, bis Pater
Norbert Stahlhofen von 1933 an die Krippenszene erneut belebt. Er verwendete
Figurenköpfe, die um 1880 aus Tirol (Gröden?) angeschafft worden waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Sakristan Frater Konrad Hien die
Krippe.
Franz Karl, Straubing
Die Fotos zeigen das Ehepaar Karl beim Aufbau der Mechanischen Krippe mit dem
Motiv des Nikolaus. |