30. August 2003 - Straubinger Tagblatt

"Das war schon lange überfällig"

Nach langen Kämpfen wurden Zuschüsse gewährt
Außensanierung der Karmelitenkirche

Zufrieden lächelnd steht Pater Georg Bertram vom Karmelitenkloster vor dem Hauptportal der Kirche und beobachtet die Handwerker beim Aufbauen des Gerüsts: "Das war schon lange überfällig, und endlich konnten wir es durchsetzen!"
Als sich im Jahre 1368 der Bettelorden der Beschuhten Karmeliten in Straubing niederließ erwuchs in mehreren Bauphasen bis 1430 die dreischiffige Hallenkirche. Die Kirche birgt einzigartige Grabdenkmäler der Spätgotik und der Renaissance und wurde von Wolfgang Dientzenhofer 1700 barockisiert. "Das letzte Mal wurde die Fassade vor knapp 40 Jahren restauriert und ist seitdem Wind und Wetter ausgesetzt, was natürlich starke Schäden hinterließ", so Pater Georg. "Allerdings bedeutet eine Sanierung in einem solch großen Ausmaß natürlich für uns auch, dass wir unverzichtbar auf Zuschüsse angewiesen sind - doch das stellte sich als das größte Problem heraus", erinnert sich Pater Georg. "Da bei der Renovierung vor 40 Jahren die Natursteine durch circa acht Zentimeter dicke Kunstbetonschalen ersetzt worden waren, was natürlich viel billiger gewesen ist, hat die Außenfassade der Kirche ihren historischen Wert für die Stadt verloren", erklärt Wolf-Dietrich Slotta vom Hochbauamt. "Das ursprüngliche Bild soll natürlich trotzdem gewahrt bleiben," so Slotta. Insgesamt werden nun 35 Prozent der Gesamtkosten bezuschusst, davon übernehmen 22,5 Prozent die Diözese Regensburg, die restlichen 12,5 Prozent verteilen sich auf die Bayrische Landesstiftung, die Stadt Straubing und den Bezirk Niederbayern. Das Landesamt für Denkmalpflege beteiligt sich zu geringen Teilen nur an der Renovierung der Steinfassung des Hauptportals, da diese noch aus Orginalsteinen besteht. Der verbleibende Rest stellt für das Karmelitenkloster eine Eigenleistung dar.
Bis Mitte September soll das Gerüst vollständig aufgestellt sein, damit dann schnell die eigentlichen Arbeiten beginnen können. Schadhafter Putz soll runtergeschlagen und erneuert werden und Klempnerarbeiten am Turm verrichtet werden, da einige Teile mit Kupfer abgedeckt und festgemacht werden müssen. An den großen Türen werden Schreinerarbeiten durchgeführt und eine neue Blitzschutzanlage soll montiert werden. Den Abschluss stellen Malerarbeiten und Maßnahmen zur Taubenabwehr dar, wie Netze oder Steinstifte, die die Landung der Tauben verhindern sollen.
"Es wäre schön, wenn bis Allerheiligen alles fertig wird", hofft Pater Georg, "ansonsten kommen wir ja in den Winter rein!" - ari -