6.12.2003 - Straubinger Tagblatt
Solidarität mit Christen leidet Not
Benefizverkauf wertvoller Holzschnitzereien im Karmelitenkloster
Ohnmacht, Angst vor der Zukunft und Hoffnungslosigkeit bestimmen seit über
drei Jahren den Alltag der Menschen von Bethlehem und ganz Palästina. Im
Karmelitenkloster werden zurzeit Holzschnitzereien verkauft, von deren Erlös
bedürftige Holzschnitzer-Familien in Bethlehem unterstützt werden
sollen.
Besonders betroffen ist Bethlehem. In der Geburtstadt Jesu beträgt die
Arbeitslosigkeit nach über drei Jahren der Abriegelung und häufiger
Ausgangssperre etwa 75 Prozent. Da keine Pilger und Touristen die Stadt besuchen,
sind die meisten Geschäfte geschlossen und in denen, die geöffnet
sind, gibt es keine Kunden. Für Bethlehem, das fast ausschließlich
von den Pilgern gelebt hat, bedeutet dies eine wirtschaftliche und menschliche
Katastrophe.
Die in guten Zeiten erwirtschafteten Ersparnisse sind aufgebraucht. Oft fehlt
das tägliche Brot, Medikamente können sich viele nicht mehr leisten,
da sie zu teuer sind. Familien können das Schulgeld für ihre Kinder
an den christlichen Schulen und der Universität nicht mehr bezahlen. Dazu
kommen täglich neue Repressalien, Landenteignungen und Demütigungen
durch die israelische Armee. Worte wie "Morgen" oder "Zukunft"
kommen im Wortschatz nicht mehr vor, wohl aber "Inshallah" - so Gott
will! Nur noch wenige Kilometer "Zaun" und Mauer fehlen, dann ist
Bethlehem endgültig ein großes Gefängnis und rundherum eingemauert.
Die Einwohner der Geburtsstadt Jesu können die Stadt so gut wie nicht mehr
verlassen, es sei denn, sie besitzen zufällig eine Ausnahmegenehmigung.
Von Hoffnungslosigkeit besonders betroffen sind vor allem die Familien der Olivenholzschnitzer,
fast ausnahmslos Christen. Die meisten fertigen trotz Null-Absatzmöglichkeiten
weiter ihre Krippen in der wagen Hoffnung, dass sich vielleicht doch ein Pilger
nach Bethlehem verirrt; viele arbeiten nur noch, um nicht im Nichtstun verrückt
zu werden.
Um in dieser Resignation wenigstens etwa 30 christlichen Familien einen kleinen
Hoffnungsschimmer zu geben, sind können Interessenten helfen - aber nicht
durch Spenden. Unterstützen lassen wollen sich die Bethlehemer Schnitzer
ausschließlich durch den Verkauf ihrer schönen Holzschnitzereien.
Damit ist zum einen ihre Arbeit gewürdigt und Hoffnung geschenkt, zum anderen
ein Stück Überleben gesichert.
Diese Schnitzereien aus Olivenholz werden ab sofort im Karmelitenkloster zum
Verkauf angeboten Das Angebot umfasst wertvolle geschnitzte Krippen, Kleinkrippen,
moderne Schnitzarbeiten von biblischen Motiven, Christbaumanhänger und
Kreuze. Alle Interessenten sind eingeladen, diese Familien zu unterstützen
durch den Erwerb der Schnitzereien. Die Ausstellung mit Verkauf ist täglich
geöffnet von 9.30 bis 11.30 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr, Karmelitenkloster,
Albrechtsgasse 20 Pfarrgemeinden oder Gruppen, die einen eigenen Verkauf organisieren
möchten, können sich melden unter Tel. 09421-843713, Fax 09421-974196,
Mail: Karmel.Straubing@t-online.de.
- jos- |