02. Januar 2004 - Straubinger Tagblatt
Das neue Jahr unter Hand Gottes stellen
2003 war das Jahr der Friedensappelle - "Alle Zeit ist Gottes Zeit"
Feierliche
Jahresabschluss-Andacht in der Karmelitenkirche "Nur Dialog führt
zum Frieden". Mit diesen Worten eröffnete Pater Prior Georg Bertram
den Jahresabschlussgottesdienst in der Karmelitenkirche, umrahmt von feierlicher
Orgelmusik. Während draußen schon die ersten Feuerwerkskörper
explodierten, bot der Gottesdienst Gelegenheit, vor dem Silvester-Rummel noch
einmal zur Ruhe zu kommen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.
Das Jahr 2003 sei vor allem das Jahr der Bibel gewesen, betonte Pater Prior
Georg. "Das vergangene Jahr stand besonders unter dem Wort Gottes und auch
den Jahresanfang stellen wir unter die Hand Gottes." Mit Sicherheit könne
man mit Zufriedenheit und Dankbarkeit zurückblicken, allerdings erfüllten
viele Gescheh nisse in der Welt die Menschen mit Sorge. Besonders sei das Unvermögen
der Europäer bedauern, in der Haltung gegenüber dem Irakkrieg nicht
zu einer einvernehmlichen Lösung gelangt zu sein.
In der Lesung aus dem Paulus-Brief an die Kolosser wurde angesprochen, den Mitmenschen
gegenüber Milde, Demut, Güte und Geduld walten zu lassen. "Vor
allem liebt einander", war die Kernbotschaft.
Im Herzen solle Frieden herrschen, hieß es zum Abschluss der Lesung. Zum
Frieden führe aber nur der Dialog, so Pater Prior Georg, und es sei sehr
schade, dass in der heutigen Zeit Gewalt als Mittel dazu eingesetzt werde. Anschließend
gaben zwei seiner Mitbrüder einen umfangreichen Überblick über
die Ereignisse des Kirchenjahres 2003. Besonders geprägt seien die letzten
zwölf Monate von eindringlichen Friedensappellen von Seiten der Kirche
und des Papstes gewesen. Unter dem Motto "Suchen und Finden" habe
man im Jahr der Bibel versucht, die Bibel verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit
zu tragen und möglichst viele Menschen für das Buch der Bücher
zu begeistern. Die Woche für das Leben im Mai 2003 verdeutlichte die Ablehnung
des therapeutischen Klonens und sollte den Respekt vor dem Leben in Erinnerung
rufen. Ein großes Ereignis sei der erste deutsche ökumenische Kirchentag
gewesen, zu dem sich tausende Gläubige in Berlin eingefunden hatten.
Ein Höhepunkt im Kirchenjahr war ohne Zweifel das 25-jährige Amtsjubiläum
des Papstes, bei dem der "Friedenspapst und Brückenbauer" eindrucksvoll
gewürdigt worden war. Am 19. Oktober wurde in Rom Mutter Theresa selig
gesprochen.
Auch in der Weltpolitik sei viel los gewesen, hieß es im Rückblick.
Leider sei wieder viel Leid geschehen, besonders hervorzuheben sei der Irakkrieg.
Viele Menschenopfer seien zudem durch Flugzeugabstürze, das Erdbeben im
Iran oder die Lungenkrankheit SARS zu beklagen gewesen.
Die Brüder des Karmelitenklosters blicken ebenfalls auf ein erfülltes
Jahr zurück. Ein voller Erfolg seien die Einkehrtage zu Beginn der Fastenzeit
gewesen, die viele Gläubige unter dem Motto "Exerzizien im Alltag"
genutzt hätten, zudem empfingen 3 000 Menschen das Bußsakrament.
Im Herbst begann die Renovierung des Kirchturms, der mittlerweile in neuem Glanz
erstrahlt. Das Kirchturmkreuz kann allerdings erst im Januar 2004 wieder aufgesetzt
werden.
Abschließend gab Pater Prior den Gläubigen noch mit auf den Weg:
"Bei all den Jahresrückblicken geht es nicht nur um Schlagzeilen,
Zahlen und Fakten - es geht auch um uns selbst." Nur der Dialog führe
zum Frieden, und lasse auch Frieden in die Herzen einziehen.
- ena -
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