21. September 2004 - Straubinger Tagblatt
Alte und neue Chormusik vom Allerfeinsten
Weltberühmter Knabenchor präsentiert sich am Samstag, 25. September,
um 19 Uhr
Konzert der Regensburger Domspatzen in der Karmelitenkirche
Einen Streifzug durch 1 000 Jahre Chormusik bietet der weltberühmte Chor
der Regensburger Domspatzen am kommenden Samstag, 25. September, um 19 Uhr bei
seinem Konzert in der Karmelitenkirche. So werden gregorianische Choräle,
romantische Chormusik und Werke zeitgenössischer Komponisten präsentiert.
Karten für dieses Konzert, das Chormusik vom Allerfeinsten garantiert,
gibt es beim Leserservice des Straubinger Tagblatts (Telefon 940-110), im Musikhaus
Hirth (Telefon 12525) und im Sekretariat des Gymnasiums der Ursulinen-Schulstiftung.
Das Programm für das Konzert in der Karmelitenkirche sieht unter anderem
Kirchenmusik der altklassischen Polyphonie vor, zum Beispiel den Gregorianischen
Choral "Christus factus est pro nobis" und die Stücke "Jubilate
Deo" von Orlando di Lasso oder "Exsultate Deo" von Alessandro
Scarlatti. Unter dem Überthema "Romantische Chormusik" wird unter
anderem achtstimmig "Richte mich Gott" von Felix Mendelssohn Bartholdy
und vierstimmig "Ad Dominum cum tribularer clamavi" von Otto Olsson
erklingen.
Das "Ave Maria" von Sergej Rachmaninow oder "Maria, dich lobt
Musica" von Hermann Kretschmar sind zwei der Marienlieder, die die Domspatzen
an diesem Abend singen werden. "Alleluja" von Randall Thompson und
"O nata lux" von Morten Lauridsen hat Chorleiter Karl-Heinz Liebl
als Vertreter moderner Chormusik ausgewählt. Liebl ist seit 1981 hauptamtlicher
Stimmbildner und Chorleiter bei den Domspatzen. Neben seiner Tätigkeit
als Dozent für Stimmbildung an der Fachhochschule Regensburg ist er auch
verantwortlich für die chorische Aufbauarbeit bei den Domspatzen. Der Erlös
des Konzertes kommt der Ursulinen-Schulstiftung zugute.
Über 1 000-jährige Tradition
Die Regensburger Domspatzen gehören zu den berühmtesten Chören
der ganzen Welt. Zu Gast war der Chor neben zahlreichen europäischen Ländern
bereits in den USA und in Kanada, auf den Philippinen, in Japan, Korea und Hongkong.
Als Singknaben der Kathedrale zu St. Peter können sie wohl wie kein anderer
Chor im deutschsprachigen Raum auf eine über 1 000-jährige Tradition
zurückblicken, denn schon zur Zeit der Karolinger hatten die Domsingknaben
nachweislich ihre eigene Schule.
Die jüngere Geschichte der Regens burger Domspatzen ist durch die Domkapellmeister
Dr. Theobald Schrems (Leitung 1924 bis 1963) und Georg Ratzinger (Leitung 1964
bis 1994) geprägt, die neben dem liturgischen Dienst im Dom die konzertante
Tätigkeit des Chores ausgebaut haben und die modernen Medien gewinnen konnten.
Seit 1. September 1994 leitet Roland Büchner den Chor.
Domspatzen ein großes Institut
Aus der mittelalterlichen Domschule - vor 1 029 Jahren durch den heiligen Bischof
Wolfgang im Jahre 975 gegründet - ist inzwischen ein großes Institut
geworden. Die Gymnasiasten wachsen heute in einem eigenen Internat in Regensburg
auf, die Vorschüler (3. und 4. Klasse) im Heim nahe Regensburg. Rund 470
Domspatzen im Alter von 10 bis 20 Jahren besuchen das staatlich anerkannte Humanistische
und Neusprachliche Gymnasium mit zusätzlichem Kernfach Musik in allen Klassen,
und etwa 60 Buben die Internatsvolksschule in Pielenhofen.
Das umfangreiche Repertoire des Chores reicht von den ältesten Gesängen
der Kirche, dem Gregorianischen Choral, über die Vokalpolyphonie des 16.
Jahrhunderts mit Werken Palestrinas, Lassos und Hasslers, den Barock und die
Romantik bis hin zum Volkslied und Werken zeitgenössischer Komponisten.
Auf Konzertreisen sind die Regensburger Domspatzen in der ganzen Welt zu hören.
Jedes Jahr unternehmen sie eine ausgedehnte Tournee durch die Bundesrepublik
Deutschland.
Die Hauptaufgabe der Regensburger Domspatzen liegt jedoch nach wie vor in der
liturgischen Gestaltung der Gottesdienste im Regens burger Dom. Jeden Sonntag
singen sie beim Hochamt Gregorianischen Choral sowie mehrstimmige Messen und
Motetten. Besonders eindrucksvoll werden die kirchlichen Hochfeste von den Regensburger
Domspatzen gestaltet.- fun -
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