10. November 2004 - Straubinger Tagblatt
Leben zwischen Grenzen
Faten Mukarker, christliche Palästinenserin, berichtet
Über ihr Leben zwischen Grenzen, ihren Alltag unter Besatzung berichtet
Faten Mukarker, christliche Palästinenserin aus Bethlehem, am Donnerstag,
18. November, 19.30 Uhr, im Karmelitenkloster, Albrechtsgasse 20. Hautnah erlebt
Faten Mukarker ihren Alltag im "Großgefängnis Bethlehem"
und erzählt in ihrem Vortrag von einem Leben zwischen nationalen und religiösen
Grenzen, von dem Alltag als Christin in der von einer Mauer abgeschlossenen
Geburtsstadt Jesu. "Wo nehmt ihr das Recht her, das Leben dort einen Alltag
zu nennen?"Faten Mukarker lebt mit ihrer Familie in Beit Jala, einem Nachbarort
von Bethlehem. Aufgewachsen in Deutschland kehrte sie als junge Frau nach Palästina
zurück, um zu heiraten. Mit Mann und vier kleinen Kindern durchlebte sie
die Schrecken der ersten Intifada und des Golfkrieges. Nun steht Palästina
wieder im Brennpunkt einer Intifada. Faten Mukarker berichtet darüber,
was wochenlange Ausgangssperren bedeuten, von der neuen Mauer, die das Land
weiter zerteilt, aber auch davon, wie die Gewalt Land und Menschen verändert.
Trotz Gewalt und Terror sieht auch sie die einzige Chance für die Zukunft
der Region in Friedens- und Versöhnungsbereitschaft, die von beiden Seiten
kommen muss. Solange Pilger und Touristen ins Heilige Land kamen, hat sie diese
zu sich nach Hause eingeladen. Seitdem die Touristen ausbleiben, kommt FAten
Mukarker nach Deutschland und berichtet in Kirchengemeinden, Volkshochschulen,
Akademien, Schulen über ihre Heimat. Zum Vortrag sind alle herzlich eingeladen,
die die Situation im Heiligen Land mit Sorge verfolgen und ein Zeichen der Solidarität
mit den Schwestern und Brüdern im Heimatland Jesu geben wollen. Der Eintritt
ist frei. Um Spenden zur Deckung der Kosten wird gebeten. -mon- |