Straubinger Tagblatt – 21.03.2006

Treuer Dienst an Gott und den Menschen

Pater Englmar Reiner feierte 50-jähriges Priesterjubiläum - Dank an Familie und Mitbrüder

Festgottesdienst in der Karmelitenkirche

Gottes Gnade, die Freundschaft seiner Mitbrüder und der Rückhalt in der Familie hätten ihn in den vergangenen 50 Jahren getragen, fasste Pater Englmar Reiner rückblickend zusammen. Anlässlich seines Priesterjubiläums hatte sich der 77-Jährige fünf Tage zu Exerzitien nach Kostenz zurückgezogen, eher er am Sonntagvormittag gemeinsam mit zahlreichen Wegbegleitern und vielen treuen Kirchenbesuchern einen festlichen Dankgottesdienst feierte.
13 Konzelebranten zogen mit Pater Englmar in das Gotteshaus ein, darunter auch drei seiner ehemaligen Seminaristen: Pater Provinzial Christian Körner, Prof. Dr. Josef Kreiml, KAB-Präses Franz Schollerer, Pfarrer Bruno Pöppel, Pfarrer Josef Waas, Pfarrer Josef Streit, Pater Gorazd und Pater Ivan aus Tschechien sowie seine Straubinger Mitbrüder Pater Viktor, Pater Rainer, Pater Theodor, Pater Felix und Pater Prior Georg Bertram, der die Gottesdienstbesucher begrüßte. Als Gedenkspruch zu seinem Priesterjubiläum hatte sich Pater Englmar den Vers "Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat" aus dem Psalm 103 ausgesucht.
Pater Provinzial Christian Körner würdigte die theologische und seelsorgerische Leistung Pater Englmars. Gerade Jubiläen seien Momente, in denen man Rückschau halte und sich an Ereignisse erinnere, die das eigene Leben geprägt haben. Bei Pater Englmar seien das der Ordenseintritt, die Ausbildung sowie die vielen Aufgaben, die ihm anvertraut worden seien und die vielen Menschen, denen er begegnet sei. Wenn sich Pater Englmar an die Geschichte seiner Berufung erinnere, könne er vielleicht spüren, wie der lebendige Gott sein Herz berührt habe, als der Ruf "Folge mir nach!" ihn ganz persönlich angesprochen und er seine Familie verlassen habe. "Menschen, die Gott nachfolgen, halten die Erinnerung an die Liebe Gottes wach."

Geschwisterliche Gemeinschaft

Es sei der liebende Gott, der einen begleite und trage - auch wenn es dunkel sei, sagte Pater Provinzial Christian Körner. Innerhalb des Ordens sei die freundschaftliche Beziehung in Gebet und Kontemplation sehr wichtig. Sie führe zu einer geschwisterlichen Gemeinschaft.
Ein besonderes Jubiläum rufe auch Dank hervor: "Dank dafür, dass du deiner Berufung zum Karmel und zum Dienst als Priester treu geblieben bist; Dank für den Dienst an den Menschen." So habe Pater Englmar Ordensnachwuchs ausgebildet und über 20 Jahre, bis zur Schließung 1988, das Karmelitenseminar Josephinum geleitet. Pater Christian Körner würdigte das außerordentliche Engagement des Jubilars: In der Ordensprovinz habe er viel Verantwortung übernommen und sich in den 50 Jahren als Priester stets darum bemüht, die Erinnerung an den lebendigen Gott wachzuhalten.

Vorbild für Seminaristen

Als einer der ehemaligen Seminaristen Pater Englmars brachte KAB-Präses Franz Schollerer Dank, Hochachtung und Wertschätzung zum Ausdruck. Das Josephinum sei ein sehr familiäres Heim gewesen. Drei Seminaristen, die sich später zum Priester hatten weihen lassen, feierten den Gottesdienst als Konzelebranten mit. "Ohne die Religiosität, die Spiritualität und das überzeugende Priestersein von Pater Englmar hätte ich meinen Weg so nicht eingeschlagen", sagte Schollerer, der nunmehr seit 25 Jahren Priester ist. Er dankte seinem ehemaligen Lehrer auch dafür, dass er ihnen die Welt der sakralen Kunst, der Literatur und Geschichte aufgetan habe.
In bewegten Worten erinnerte Pater Englmar an seine Familie und an seine Berufung. Gemeinsam mit seinen sieben älteren Geschwistern war er unter der Naziherrschaft aufgewachsen, seine Eltern hatten jedoch immer eisern zur Kirche gestanden. Drei seiner Brüder sind bereits verstorben. Von den anderen vier Geschwistern konnte aus Altersgründen nur eine Schwester an dem Festgottesdienst teilnehmen. "Ich danke meinen Eltern und Geschwistern für das, was sie mir vorgelebt haben." In den Dank schloss Pater Englmar sehr herzlich seine Mitbrüder und Freunde mit ein, die ihn "getragen und ertragen" hätten. Es seien immer wohlwollende Menschen an seinem Lebensweg gestanden, aus eigener Kraft hätte er diesen Weg nicht gehen können. Anerkennung sprach er auch seinen Seminaristen aus, "denen, die im Beruf ihren Mann stehen und jenen, die gute Familienväter geworden sind". Nichtzuletzt dankte Pater Englmar den treuen Kirchenbesuchern, die für ihn gebetet und ihm im Beichtstuhl ihr Vertrauen geschenkt hätten: "Ich denke, ich gehe nicht falsch in der Annahme, dass wir uns mögen."
Bei einem kleinen Empfang hatten die Gottesdienstbesucher die Möglichkeit, dem Jubilar persönlich zu danken, ehe am Nachmittag eine gesungene Vesper den Festtag beschloss. - wes -