Straubinger Tagblatt – 15.07.2006
Wallfahrtskirchen in Niederbayern
Verlag Pustet vervollständigt Buchreihe zu Kirchen in Ostbayern
Buchpräsentation im Karmelitenkloster
Einen "Meilenstein in der Behandlung der ostbayerischen Kunst
und Frömmigkeit." So nannte der Leiter des Diözesanmuseums
in Regensburg, Dr. Hermann Reidel, den vom Verlag Pustet als sechsten
Band einer Reihe zu Kirchen im ostbayerischen Raum veröffentlichten
Text-Bild-Band "Wallfahrtskirchen in Niederbayern" des
Autors Dr. Peter Morsbach und seines Fotografen Wilkin Spitta, der
geladenen Gästen im Karmelitenkloster vorgestellt wurde. Das
Buch ist ein informativer Meilenstein mit einer Auswahl an Wallfahrtskirchen
aus der Zeit der Romanik bis ins 19. Jahrhundert, wobei weithin
bekannte Meisterstücke sich mit unbekannten Schätzen abwechseln.
Klänge des Organisten Stefan Frank umrahmten die Führung
des Hausherrn Pater Prior Georg Bertram durch die Karmelitenkirche.
Dabei wurden nicht zuletzt die Zusammenhänge zwischen den Karmeliten
in Straubing mit Regensburg sowie die Wallfahrt zur "Maria
von den Nesseln" im hiesigen Kloster betont. Verleger Fritz
Pustet stellte im Barocksaal des Klosters die einzelnen Bände
der Serie vor. Demnach habe man 1996 mit der Veröffentlichung
der Publikation "Dorfkirchen in Niederbayern" das ehrgeizige
Buchprogramm eingeleitet.
Der Erfolg animierte, den Zyklus fortzusetzen, so dass sich in der
Folgezeit auch "Dorfkirchen der Oberpfalz" sowie "Stadtkirchen
der Oberpfalz" und "Stadtkirchen Niederbayerns" anschlossen.
Autor war mit einer Ausnahme stets Dr. Morsbach, Fotograf der mit
über 300 illustrierten Bildbänden gerade im ostbayerischen
Raum bekannte Wilkin Spitta. Um in besonderer Weise auf die Volksfrömmigkeit
der Menschen in der Oberpfalz und Niederbayern einzugehen, war eine
Ausarbeitung des Themas "Wallfahrtskirchen" geradezu unumgänglich.
Den "Wallfahrtskirchen in der Oberpfalz" folgte nun der
Band "Wallfahrtskirchen in Niederbayern". Dabei, so Pustet,
ging es ihm durchaus nicht einzig darum, die Kunst darzustellen,
sondern in besonderer Weise auch die Spiritualität, die von
den Orten ausgehe. Für den Kunsthistoriker, Archäologen,
Denkmalpfleger und Publizisten Dr. Peter Morsbach war die Auswahl
aus den 300 Wallfahrtskirchen in Niederbayern nicht selten an eine
Gewissenfrage geknüpft. Das entstandene Kompendium aus 50 der
wichtigsten derartigen Gotteshäuser ist in bewährter geografischer
Gliederung aufgebaut, um Zusammenhänge und Entwicklungen innerhalb
einer Region besser erkennen zu lassen.
Dr. Hermann Reidel ging in besonderer Weise auf die beiden lokalen
Beispiele, die bekannten Wallfahrtskirchen in Frauenbrünnl
und Sossau ein.
Spritzig und kurzweilig machte sich schließlich Autor Dr.
Morsbach in einem Kurzvortrag auf "Pilgerschaft durch die Kunst
Niederbayerns" und weckte Neugier auf seine Art zu schreiben.
Das entstandene Buch sollte dabei kein rein religiöses Wallfahrts-
und Mirakelbuch darstellen, sondern einen repräsentativer Überblick
über die Kunst und Frömmigkeit des Unterlandes vermitteln.
Stets habe man im Vorfeld bei den Recherchen auch Freude bei der
Entdeckung bisher unbekannter kleiner Kirchen wie der in Rettenbach
verspürt. Morsbach plaudert aus dem Nähkästchen,
wenn er auf seine Erlebnisse mit den "Schlüsselbewachern"
einging und seinen Test eines gut funktionierenden "Überwachungssystems".
-hab-
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