Straubinger Tagblatt – 19.07.2006
Besuch bei den Karmeliten und im Kompetenzzentrum
Kulturschätze und Zukunftsarbeit gewürdigt
Joachim Herrmann, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, auf Informationstour
Die Verbindung von Tradition und Moderne dokumentierte der Informationsbesuch
von Joachim Herrmann, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, am
Montag in Straubing: Er verknüpfte eine Stippvisite im Karmelitenkloster
mit einem anschließenden Informationstreffen im Kompetenzzentrum
für Nachwachsende Rohstoffe. Beide Themen, die Renovierung
der Klosterbibliothek und die weitere Unterstützung der Forschungs-
und Vermarktungsarbeit im Kompetenzzentrum, liegen Herrmann am Herzen.
Er versprach lokalen CSU-Politikern, Prior Georg Bertram, den Professoren
des Kompetenzzentrums und Dr. Hermann Balle, Vorsitzender des Vereins
zur Förderung von Wissenschaft und Forschung im Kompetenzzentrum,
seine Unterstützung. Spontan wurde er sogar Mitglied im Förderverein.
Begleitet wurde Herrmann von den Spitzen der lokalen CSU: Bürgermeister
Markus Pannermayr, Fraktionsvorsitzender Peter Ries, Bezirks- und
Stadtrat Hans Ritt, MdL Herbert Ettengruber und MdL Josef Zellmeier
nutzten schon vor der Kreisversammlung am Abend die Möglichkeit
zum Austausch.
Prior Georg Bertram erläuterte im Karmelitenkloster die Geschichte
des Ordens in der Gäubodenstadt und ging auf die Entstehungsgeschichte
der gotischen Hallenkirche sowie die kunstvolle Ausgestaltung der
Altäre ein. Beim gemeinsamen Rundgang betonte er nicht nur
die Schönheiten der Kulturschätze, sondern erklärte
auch, wie hier eine Einheit von Gemeinde und Priester geschaffen
wurde. Ein Blick hinter den Hochaltar auf das Albrechtsgrab und
ein Gang durch die historische Sakristei rundeten die Führung
ab.
Hauptanliegen und Ziel des Informationsbesuches war die Bibliothek
des Karmelitenklosters. Beim Neubau ab 1684 erhielt das Kloster
angesichts seines reichen Bestands einen eigenen Bibliothekssaal
mit Tonnengewölbe. Der ganze Büchersaal bekam um 1710
neben feinem Stuck auch eine künstlerische Ausgestaltung in
Seccomalerei durch Melchior Steidl. Doch nach der Säkularisation
schätzte man den Wert solcher Kunst gering und ließ die
Fresken Anfang des 19. Jahrhunderts einfach überweißen.
Im gesamten deutschen Sprachraum gibt es keine solch umfangreiche
und künstlerisch wertvolle Ausstattung eines Bettelordens.
Schätze in der Bibliothek
Diese Werke werden zurzeit fachmännisch wieder freigelegt.
Dank einer Spende sei man auf dem richtigen Weg. Auch befürchtete
Probleme bei der Konservierung der freigelegten Fresken konnten
verhindert werden. Leider wurde die schon zugesagte Unterstützung
des Landesdenkmalamtes über 30000 Euro wieder zurückgezogen.
Die Landesstiftung hilft mit 15000 Euro, die Fresken zu erhalten.
Weitere Unterstützung sei aber notwendig, erklärte der
Prior. Herrmann betonte, dass die Landesregierung die Renovierung
mit 10000 Euro unterstütze. Er lobte den Einsatz von Herbert
Ettengruber und Josef Zellmeier, die sich auch weiterhin um Zuwendungen
für die Restaurierung bemühen wollen.
Die Schätze der historischen Bibliothek, darunter religiöse,
medizinische und geographische Bücher, präsentierte Pater
Englmar liebevoll und mit Witz den beeindruckten Politikern. Für
die Aufrechterhaltung eines lebendigen Klosters, welches das Leben
und das Bild der Stadt bereichert, dankte die Besuchergruppe den
Ordensbrüdern.
Auf dem Weg zur Hochschulstadt
Dr. Bernhard Widmann begrüßte als derzeitiger Sprecher
des Kompetenzzentrums die Politiker um den Vorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion
und stellte seine Kollegen und die drei Säulen des Kompetenzzentrums
für Nachwachsende Rohstoffe kurz vor. Im Detail erläuterte
Prof. Dr. Martin Faulstich die Arbeit des Wissenschaftszentrums,
und Diplom-Ingenieur Werner Döller ging auf den Erfolg von
CARMEN als weltweites Marketinginstrument des Kompetenzzentrums
ein. Widmann erklärte als Leiter des Technologie- und Förderzentrums
dessen Funktion als Bewilligungsstelle des Ministeriums und Aufgabengebiete
der angewandten Forschung seines Hauses. Professoren und Mitarbeiter
bedankten sich für die bisherige Zuwendungen des Landes und
verwiesen auf die vielfältige Unterstützung der Straubinger
Bevölkerung und aller Fraktionen des Stadtrates.
“Wir haben die Nase hier in Bayern vorne“, betonte Herrmann
im Hinblick auf die Ergebnisse des Kompetenzzentrums. Er fragte
Details nach und versicherte seine weitere Unterstützung der
einzelnen Forschungsarbeiten und des Standortes Straubing. Der Zusatz
“Hochschulstadt“ vor dem Stadtnamen klang in allen Ohren
bereits sehr gut. Die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft
sei in Straubing einmalig, waren sich Experten und Politiker einig.
Fachhochschulen gebe es viele, das Kompetenzzentrum sei einmalig,
stimmte die Runde überein. Bürgermeister Markus Pannermayr
versicherte wie Ettengruber und Zellmeier, das Zukunftsprojekt Nummer
eins in Straubing weiterhin als verlässlicher Partner zu unterstützen.

Pater Englmar zeigte Joachim Herrmann, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion,
wertvolle Bücher aus der Karmelitenbibliothek. - Waren sich
über die Bedeutung des Kompetenzzentrums einig (v.l.): Professor
Dr. Martin Faulstich, Diplom-Ingenieur Werner Döller, Professor
Dr. Klaus Menrad, Bürgermeister Markus Pannermayr, Bezirksrat
Hans Ritt, MdL Josef Zellmeier, Joachim Herrmann, Verleger Dr. Hermann
Balle, Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Wissenschaft
und Forschung im Kompetenzzentrum, Professor Dr. Bernhard Widmann,
CSU-Fraktionsführer Peter Ries und MdL Herbert Ettengruber.
- su -
|