Straubinger Tagblatt – 25.07.2006
Stätte menschlicher Begegnung mit Tradition
Auszug durch die Stadt und Festgottesdienst - Jahrhundertmotto:
"Hilfsbereit - Jederzeit"
300-jähriges Gründungsfest des Hausmeistervereins
An 300 Jahre Tradition, Kameradschaft und soziales Engagement erinnerte
der Verein der Hausmeister am Sonntag bei bayerischem Bilderbuchwetter.
1707 wurde er als Kranken- und Unterstützungsverein für
Haus- und Rossknechte gegründet und war als Gesellschaft der
Hausknechte und später als Hausmeisterbruderschaft bekannt.
Zusammen mit dem Schirmherrn Oberbürgermeister Reinhold Perlak,
MdL Herbert Ettengruber, Stadträten und zahlreichen Traditionsvereinen
feierten die Mitglieder des Hausmeistervereins, die längst
nicht alle diesen Beruf ausüben, ihr Jubiläumsfest in
der Stadthalle und in der Karmelitenkirche.
Das große Festjubiläum der Hausmeister organisierten
Vorsitzender Alois Brandl und Festleiter Martin Niedermaier gemeinsam
mit dem Festausschuss. An alles hatten sie gedacht und so belohnte
auch Petrus die 300-Jahrfeier mit Sonnenschein und weiß-blauem
Himmel.
Als Stätte menschlicher Begegnung, der Kultur, des Vergnügens
und der Entspannung stellte Festleiter Niedermaier den Verein vor.
Er begrüßte die zahlreichen Vereine und Ehrengäste
aus der Politik. "In vielen Gebieten Deutschlands gibt es traditionsreiche
Vereine und Bräuche, aber es gibt nicht viele Vereine mit einer
300-jährigen erfolgreichen Vereinstätigkeit. Der Verein
hat in dieser langen Zeit Höhen und Tiefen, Kriege und Seuchen,
ja sogar Versammlungsverbote überstanden und wird von 127 Mitgliedern
in alter Tradition aufrecht erhalten."
Die ersten Dienstleister
Oberbürgermeister Perlak erinnerte an die zahlreichen sozialen
Verdienste, die sich der Verein in drei Jahrhunderten erworben habe.
Mit Beiträgen in die Armenkasse der Stadt und Unterstützung
kranker Mitglieder und verbliebener Familienmitglieder habe sich
der Verein ausgezeichnet. Die "Hausln" in den Gastwirtschaften
an den Stadtplätzen seien die ersten Dienstleister gewesen,
die als "guter Geist mit wachem Sachverstand" ihre Arbeit
erfüllten. Schon früh seien Ratsherren gerne Mitglied
geworden. Auch heute noch fänden sich fraktions übergreifend
Stadträte unter den Mitgliedern und alle drei Bürgermeister
seien ebenfalls Mitglied im Hausmeisterverein. Gern habe er die
Schirmherrschaft übernommen und den Festauszug begleitet.
Durch die Stadt zogen bei strahlendem Sonnenschein und mit Blasmusik
auch der Patenverein aus Deggendorf mit Oberbürgermeisterin
Anna Eder und Altoberbürgermeister Dieter Görlitz, der
Verein der Zimmerleute, die Maurer und Steinmetze, der Zusammenschluss
der Metzgergehilfen, der Förderverein Altstadt, die Freunde
der Badegarten Gmoa und der Bayerische Waldverein. Als Stadträte
und Mitglieder von Vereinen waren Peter Euler, Rudolf Lichtinger
und Josef Rengsberger mit über den Kinseherberg und den Stadtplatz
zur Karmelitenkirche marschiert. Altbürgermeister Georg Bräuherr
war ebenfalls mit dabei. Die Kapelle Hansi Feldmann umrahmte den
Auszug und die Grußworte.
Lob für Einsatz und Tradition
Im Festgottesdienst erinnerte Pater Georg, dass die Menschen aller
Zeiten gesellig waren und seien. Schon seit seiner Gründung
lasse der Traditionsverein der Hausmeister regelmäßig
Messen für "Gnad und Schutz bei der Arbeit" lesen.
Der Geistliche zeigte Verständnis für Politikverdrossenheit,
der aber nicht mit automatisierter Ablehnung von Autoritäten
begegnet werden darf. Der Prior der Karmeliten lobte den Einsatz
und die Tradition des Hausmeistervereins und gedachte gemeinsam
mit den Vereinen der Verstorbenen.
Nach der Segnung der Erinnerungsbänder hefteten Fahnenmutter
Maria Beller und Fahnenbandträgerin Michaela Kraus vom Deggendorfer
Patenverein, Fahnenmutter Anna Weinzierl und Fahnenbandträgerin
Susanne Stettner aus Straubing ihre jeweiligen Erinnerungsbänder
an die Fahnen des befreundeten Vereins. Franz Huber, stellvertretender
Vorsitzender des Straubinger Hausmeistervereins, trug die Fahne
am Jubiläumstag. Der Waldverein gestaltete den Gottesdienst
musikalisch mit der "Waldlermesse".
MdL Herbert Ettengruber zeigte sich von der 300-jährigen Vereinsgeschichte
sehr beeindruckt und würdigte ebenfalls das soziale Engagement
der Hausmeister. "Unsere Freundschaft soll auch weiterhin vertieft
und gefestigt werden", wünschte sich Michael Knogl, Vorsitzender
des Hausmeistervereins Deggendorf. Er brachte den Ausklang nach
den Grußworten auf den Punkt: "Zu diesem Fest wünsche
ich euch und uns allen noch ein paar frohe und gesellige Stunden,
die uns noch lange in Erinnerung bleiben mögen." - su
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