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Straubinger Tagblatt - 10. Mai 2007
"Die Auferstehung Jesu ist kein Mythos"
St. Salvator-Bruderschaft startete neue Vortragsreihe im Karmelitenkloster
Privatdozent Dr. Dr. Daniel von Wachter:
Die St. Salvator-Bruderschaft präsentiert in diesem Jahr wiederum in der Großen Aula des Karmelitenklosters eine hochkarätige ökumenische Vortragsreihe unter dem Gesamtthema "Christsein heute". Bei der ersten Veranstaltung am Dienstagabend beschäftigte sich der Philosoph und Theologe Dr. Dr. Daniel von Wachter, Privatdozent der Ludwig-Maximilian-Universität München, mit der Auferstehung Christi. Der Organisator dieser Abende, der Straubinger Kirchenhistoriker Dr. Ulrich L. Lehner, der zurzeit als Professor an der Universität Milwaukee (USA) tätig ist, ließ die überaus große Zahl von Besuchern aus der Ferne grüßen.
"Jesu Auferstehung - alles nur ein Mythos?" Diese Frage stellte Dr. Dr. Daniel von Wachter zu Beginn seines Vortrages und gelangte am Ende zu dem Fazit: "Die Wahrheit des Christentums hängt an der Auferstehung Jesu. Es gibt Indizien für dieses Ereignis. Sie vertiefen den Glauben von Gläubigen und sind Gründe dafür, Christ zu werden, wie es das neue Testament beschreibt: durch Buße, Bekehrung und Taufe."
Zur Bedeutung der Auferstehung erklärte er: "Wenn Jesu auferstanden ist, dann ist Jesus der, durch den Vergebung und Erlösung kommt." Wachter zitierte eine zeitgenössische Apostel-Tatsachenaussage: "Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen." So werde aus dieser Aussage eine Herausforderung. Das sei die Botschaft, durch die die Auferstehung bekräftigt und bewiesen werde. Eingangs erwähnte der Referent frühchristliche Glaubensbekenntnisse, unter anderem von Paulus, der bezeugte, "dass Christus begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen".
Gibt es Zeugen?
Dann setzte sich Wachter mit dem Revisionismus auseinander, der in der theologischen Diskussion eine Rolle gespielt habe, und zwar durch Rudolf Bultmann und Willi Marxsen, die meinten, die Bibel behaupte nicht eine leibliche Auferstehung. Gegen diese Ansicht führte Wachter Zeugnisse von Markus und Lukas ins Feld, die die Existenz des leeren Grabes bezeugt hätten. Die Jünger und die Autoren des Neuen Testaments müssten wirklich erlebt haben, dass Jesus auferstanden ist und das Grab leer war. Der Referent führte dafür den Antrieb zur Evangelisation und ihre Bereitschaft zum Martyrium ins Feld.
Zu den Indizien stellte Wachter unter anderem die Frage: "Gibt es für die Auferstehung Zeugen?" Er beantwortete sie mit einem klaren Ja und zitierte mehrere voneinander unabhängige Berichte. Die Wahrscheinlichkeit von Lüge oder Irrtum der Zeugen sei äußerst gering, weil dazu überhaupt kein Motiv vorliege.
Die Gegner des Christentums hätten die Auferstehung nicht widerlegen können. Wenn die Revisionisten behaupteten, die Aussagen über das leere Grab seien spätere Zusätze, so sei diese Auffassung ebenfalls nicht haltbar. Denn: "Es gibt keine Handschriften, die das belegen. Die Auferstehung war für die Jünger der Beweis, dass Jesus von Gott gesandt war." Eine so genannte kerygmatische, also nicht körperliche Auferstehung wäre für sie kein Beweis gewesen. Es gebe Tatsachen, die am besten durch die Auferstehung Jesu erklärt werden. Immer wieder betonte der Referent die Bereitschaft der Jünger zum Martyrium und die Stichhaltigkeit von Indizien. Sie könnten den Glauben an die Auferstehung Jesu stärken und Atheisten von der Existenz Gottes überzeugen.
Ostermorgen ist entscheidend
Von Wachter setzte sich auch mit Thesen des Theologen Prof. Dr. Marius Reiser auseinander, die lauteten: "Entscheidend ist nicht so sehr, was im Einzelnen am Ostermorgen geschehen ist. Entscheidend ist, was wir begreifen, was das Hauptereignis dieses Morgens bedeutet." Der Referent hielt dagegen, das leere Grab sei der Beweis dafür, dass Jesus der von Gott gesandte Erlöser ist und zitierte dazu Paulus: "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." Wachter: "Nur wenn das Ereignis eingetreten ist, ist auch seine Bedeutung wirklich. Wenn Gott große Wunder tut, dann will er damit denen, die es sehen, etwas mitteilen. Dann ist die Lehre der Apostel von Gott. Denn die Apostel sind dann die, denen Gott etwas mitteilen wollte. Er wird dafür gesorgt haben, dass sie die richtigen Lehren ziehen."
Als weiteren Beweis für die Auferstehung führte Dr. von Wachter die Tatsache an, dass nach wie vor in der Kirche die Eucharistiefeier am ersten Tag der Woche, am Sonntag, stattfinde. Die Versammlung der Jünger zum Abendmahl setze sich bis heute fort. Der Referent unterstrich, dass man die Auferstehung nicht nur im Glauben annehmen könne, sondern dass es auch gute historische Gründe für die Echtheit der Auferstehungserzählungen gebe.
Die Hörer folgten seinen Darlegungen mit gespannter Aufmerksamkeit. Die anschließende Diskussion bewies mit ihren Fragestellungen, dass auf diesem Gebiet allenthalben ein großes Informationsbedürfnis besteht, die Veranstalter somit mit ihren Themen auf dem richtigen Weg sind. - Ed'A -
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